Deutschland

Pfingsten in Sachsen

SACHSEN SONGTEXT

von Rainald Grebe

Kennst du das Land mit den Pelikanen?
Kennst du das Land mit den Lianen?
Kennst du das Land, wo die Datteln wachsen?

Kennst du das Land mit den Pinienkernen?
Du kennst es nicht, du wirst es kennenlernen
Wo die krossen Mädchen auf den Palmen wachsen

Kennst du das Land? Es liegt im Süden
Von Lappland – und Schweden
Wo Finnen, Färöer und Grönen
Sich verwöhnen und relaxen?

Das ist Sachsen

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht – in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen

Das ist Sachsen

…und relaxen

Sachsen schätzen auch die Gemütlichkeit in Hängematten. So vermeidet man auch den Kontakt zur gefährlichen sächsischen Steissbeinbeissspinne, die gerne unter den Brettern von Bänken auf warme menschliche Körperteile lauert.

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Weimar

Eine neue Zeit – Spanische Grippe

Vor zwei Jahren habe ich als Komparse bei den Dreharbeiten zur Fernsehserie „Eine neue Zeit“ mitgemacht. Die 6 Teile handeln über die Gründerjahre des Staatlichen Bauhaus in Weimar. In den Hauptrollen fungieren August Diehl als Walter Gropius und Anna Maria Mühe als Kunststudentin Dörte Helm.

Tage vor Drehbeginn wurden wir zum Fitting eingeladen. Eigentlich sollte ich „Bürgerin in einem Café“ sein. Leider waren meine Haare 3 cm zu kurz für eine Steckfrisur und Locken. Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht kurz vorher die Haare schneiden lassen. Ansonsten hätte ich auch so eine tolle Frisur bekommen, wie die Bürgerinnen auf dem Marktplatz.

Vielleicht hätte mich sogar die Maskenbildnerin zu einer „Feinen Dame“ verwandelt, aber eventuell auch zu einer bornierten Beamtengattin oder so. So bekam ich nur eine Rolle als „Arbeiterin“ mit Kopftuch ohne Maske. Meine Komparsenkumpeline Christina musste für ihre Locken dafür schon früh halb 5 in die Maske. Sie hatte nun eine schöne Frisur aber einen sehr schmuddeligen Rock. Der wurde vor Drehbeginn vom Kostümbildner noch künstlich eingedreckt. Der ganze Aufwand war umsonst, sie war nicht einmal im Bild. Nach einigen Stunden rumstehen in der Kälte entwickelten die ersten ihre Bedürfnisse. Der Wunsch nach Wärme konnte durch bunte Vliesdecken erfüllt werden, die schnell wieder aus dem Bild mussten, bevor die Klappe fällt. Manchen tat schon der Rücken weh, Sitzgelegenheiten gab es nur für die richtigen Schauspieler. Als wir Komparsen uns auf den Rand vom Neptunbrunnen setzten, haben uns die Kostümbildner aber ganz schnell wieder aufstehen lassen, damit der alte Mantel nicht kaputt geht. Beate vermisste ganz doll ihren Kajalstift, ich vermisste ihn nicht an ihr.

Ich war beim Trauerzug im März 1920 dabei. Verfolgt von Feininger und Gropius.

Bei der Kundgebung gegen das Bauhaus 3 Jahre später hatte ich immer noch das gleiche olle Kopftuch und den gleichen grauen fusseligen Schal, so eine arme Arbeiterin war ich. Gropius ist wieder hinter mir.

Für die nächsten Szenen bekam Christina einen Mantel. Wir bekamen beide einen Hut und schon waren wir „Fake-Bürger“. Wir wurden so in Menschenmengen gestellt, dass unsere alten Arbeiterschuhe nicht gesehen wurden, nur die Hüte. Aber auch diese Szene vor dem Marstall wurde nicht verwendet.

Die Kostüme waren Original aus den 20er Jahren, sagte die Kostümbildnerin, damit wir uns gut in die Zeit zurück versetzen konnten. Der Regisseur hat uns dazu noch einen Einblick in die Handlung und die damalige Zeit gegeben. Wir nahmen am Trauerzug der Märzgefallenen teil. Auf der Kundgebung mussten wir gegen die „farbenklecksenden dahergelaufenen Ausländer am Bauhaus“ protestieren und uns empören, weil wir das alles bezahlen müssen. Aber die Deutsche Volkspartei verspricht, dem Bauhaus den Geldhahn zuzudrehen. Dafür mussten wir ganz laut schreien „Deutsche Volkspartei Deutsche Volkspartei ….“. Wir versuchten den Pegidastil nachzuahmen. Das war ein schauspielerische Höchstleistung für uns, die ja das Bauhaus lieben und verehren.

1918 in England – Liefen in Weimar auch alle mit Maske rum ?

Eigentlich war es auch noch die Zeit kurz nach der spanischen Grippe. Es gab 300.000 Tote in Deutschland. Ich habe noch nie etwas über die Zahl der Infizierten in Weimar gehört oder Bilder mit Leuten mit Mundschutz gesehen. War Weimar nicht betroffen?

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Thüringen

Himmelfahrtstag – Ein grüner Donnerstag

Vor einem Jahr zu Himmelfahrt war ich mit Hermine, Heidi und Leander ein paar Tage in Berlin. Wir streiften ziellos durch Kreuzberg, Friedrichshain. Besetzten die erste Reihe im Doppelstockbus und fuhren quer durch die Stadt. Am Spreeufer schauten wir auf die Schiffe und sahen wie die Männer an ihrem Feiertag die Fische fütterten. Diesen ekligen Anblick wollten wir uns in diesem Jahr ersparen.

Letzte Woche habe ich unter meinem Kirschbaum mit vielen grünen Kirschen in meiner grünen Hängematte dieses grüne Buch über „Unser schönes Thüringen“ gelesen. Dem Klappentext ist fast nichts hinzuzufügen.

Mehr als Bratwurst und Klöße

Thüringen, ein Land mit 1000 Facetten. Johannes Wilkes lässt aus den gesammelten Mosaiksteinen ein buntes Bild entstehen. Seine humorvolle Entdeckungsreise beschreibt nicht nur kulinarische Köstlichkeiten, liebliche Landschaften und kostbare Kunstschätze, sondern weiß auch von Bräuchen, Liedgut und Dialekt zu berichten. Gewitzt nähert er sich der thüringischen Seele. Und läßt nicht zuletzt Dichtern, Erfindern, Helden, Künstlern und Sportlern mit thüringischen Wurzeln viel Raum. Eine Fundgrube für jeden Thüringen-Liebhaber!
Das ultimative Handbuch für alle Thüringer und Touristen, die das grüne Herz Deutschlands entdecken wollen.

Wir hatten eine Einladung zu einer Freundin aus der Kinderzeit von Hermine in den Garten. Also packten wir Grillgut in eine Kühlbox und fuhren in den Norden von Weimar in Städte und Dörfer die in keinem einschlägigen Reiseführer erwähnt werden, nicht einmal in den 300 Seiten Text „Unser schönes Thüringen“. Da es dort auch kaum Gaststätten und Biergärten gibt, werden wir auch keine wandernden Männergruppen antreffen.

Buttstädt – Die Stadt mit dem schiefen Kirchturm direkt an der neuen ICE-Strecke, wo der ICE mit 300 km/h vorbei fährt

In Eßleben wollten wir nur mal kurz auf den Friedhof zu Hermines Vorfahren. Bei ihrer Schwester war grad das Gras gemäht. Bestes Futter für Heidis Hasen. Nach dem Wenden ließen wir das Heu noch etwas in der Sonne trocknen und gingen durch das Dorf…

…mit einer kleinen Kirche, einem Dorfteich und dem Eßbach in dem es Krebse gibt.

Auf dem Gehöft von Hermines Großeltern wurde zu ihrer Hochzeit vor ungefähr 23 Jahren ein Gingko gepflanzt. Er kollidiert inzwischen mit dem Nachbarbaum. Ihre Schwester würde ihn gerne beseitigen, aber ihr Schwager will den Baum erhalten. Während das Heu eingesackt wurde, hing ich meine Hängematte auf und konnte im Schatten des Gingko Siesta halten. Der Gingko ist zweistämmig, der eine Stamm wächst schön grade hoch, der zweite ist schräg abgedriftet. Der könnte gestutzt werden, die Ehe ist inzwischen auch geschieden. Oder lässt man ihn doch lieber so schief stehen? Womöglich geht der gerade Stamm dann auch ein. Das muss ich mal meinen Neffen fragen. Er hat ein paar Semester Forstwirtschaft studiert, er könnte das wissen oder zumindest die Risiken und Nebenwirkungen kennen.

Unten in der Mulde liegt Hardisleben…

…dort ganz versteckt an einem kleinen Bach ist die Idylle von Judith mit allem was an einem himmlischen Tag gebraucht wird: Bäume für die Hängematte, Bänke, eine kleine Hütte mit Küche und Kühlschrank für Grillgut, eine gefüllte Weinbar, ein Grill… Judith ist auch eine super Grillmeisterin, dadurch ging es auch mal einen Tag ohne Männer. In der Nähe rief die ganze Zeit ein Kuckuck und auf der anderen Seite des Bach gackerten die Hühner, aber wir acht Frauen und Mädchen lachten auch viel, besonders die eine.

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Weimar

Tag 58 – Schule am anderen Ort

Ende letzten Jahres habe ich Heidi zu ihrem Geburtstag einen Besuch mit Führung im Bauhausmuseum geschenkt. Gültigkeit war bis 31.März 2020, bis meine Jahreskarte bei der Klassik-Stiftung-Weimar auslief. Dann wurde das Museum geschlossen. Meine Karte ist nun nicht mehr gültig, sie wurde auch nicht auf Kulanz verlängert. Egal, habe ich mir halt eine neue gekauft. Heute öffnen die ersten Hotels in Weimar, noch haben wir die Museen ganz für uns. Für Heidi ist es „Lernen am anderen Ort“.

Jacken und Taschen im Spind, Hände desinfiziert, Mund-Nase-Schutz auf, wir sind bereit für den Rundgang.
Kunst am Bau von Tomas Saraceno
Masken am Bauhaus

Alle Touchscreens waren abgeklebt. Bei den Videos konnten die Hörer nicht benutzt werden, das Marionettentheater wurde nur als Stummfilm gezeigt. Die Stühle konnten nicht getestet werden. Aber vor der großen Videowand konnten wir die Bewegungen nachahmen und tanzen, auch ohne Musik.

Neue Kunst im Bauhausmuseum ?

Am Ende konnten wir uns noch Plakate mit Zitaten von Hannes Meyer mitnehmen.

Bitte Lächeln !
Geht doch 😊
Der Abgang

Auf der Himmelsleiter hat jemand von der Aufsicht Fotoshooting mit uns gemacht. Es gab offensichtlich keine Hygieneregel, die das Berühren von fremden Smartphones untersagt hat. Besucher kamen nicht vorbei, die wir bitten konnten. Dafür störte auch niemand unsere Dreisamkeit.

Ich hätte Heidi auch einiges erzählt, aber zuhören ist anstrengend, wie Schule. Zumindest wenn es mehr als zwei Sätze sind. Oder es muss aus einem Gerät kommen oder von einem Lehrer laut und deutlich. Oder die Kinder heutzutage wissen schon alles. Wir müssen nochmal kommen, wenn wieder alles angefasst und besetzt werden kann und nicht so laaaaangweilig ist. Dann kann Heidi modernes Design „begreifen“.

Nach der Führung musste ich erstmal wieder entspannen und die Füße hochlegen nach dem Stehen. Lehrer sein ist bestimmt auch anstrengend. Gibt es in Lehrerzimmern solche Sessel?

Touristen? Nein Weimaranerinnen bei der Mittagspause nach der Schule am anderen Ort.

Die Senioren haben Fragen. Vielleicht würden sie gerne einen Vortrag über Hannes Meyer hören?

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Grüner Wohnen

Tag 55 – Eisheilige

Meine Regenplane kann ich nun wieder abbauen. Die Regentonne ist voll.

Die Sonne scheint wieder, aber die Temperaturen am Tag des Heiligen Pankratius sind zu niedrig für einen Kaffee im Freien auf dem Herderplatz. Mit warmer Jacke, Mütze und Sonnenbrille laufe ich mit Claudina durch den herrlich grünen frisch bewässerten Park bis nach Ehringsdorf.

Am Weg sahen wir diese sehr schräge Architektur. Mächtig gewaltig!

Am Ende einer Sackgasse steht das Haus der Architekten Karin und Karsten Graw. Wir sind mal neugierig auf das Grundstück bis zum Atelier gegangen.

Die Bewohner haben uns auch einen kurzen Einblick in das Haus und den Garten mit angrenzendem Steinbruch gegeben. Danke. Sehr hygge! Mehr Bilder gibt es unter http://www.grawarchitekten.de

Wir haben uns noch über die Probleme beim Eigenheimbau, Dämmwahn und Zwangslüftung unterhalten und wollen uns dazu vielleicht mal an einem Stammtisch austauschen. Dass Ärzte keine Lüftung im Haus haben wollen, finde ich sehr interessant. Sollte man Zwangslüftung als Virenschleuder vielleicht wieder verbieten? Könnten die Lüftungsanlagen in Seniorenheimen die Ausbreitung von Viren verstärkt haben? Was sagen Virologen dazu? Wäre super, wenn sie Argumente hätten um diese hässlichen Lüftungsgeräte an Fassaden zu verhindern.

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Grüner Wohnen

Tag 53 – Ruhe vor dem Sturm

Der Herderplatz ist seit Tagen das große Wohnzimmer von Weimar. Habe heute wieder stundenlang in der ersten Reihe gesessen und das Leben in Weimar vor dem nächsten Touristenansturm bei bestem Wetter genossen. Ein Kinofilm konnte nicht unterhaltsamer sein. Zwischendurch gab es auch eine kleine Stunteinlage, als direkt vor uns ein junger Mann mit seinem Moped auf einem Kanaldeckel in der Kurve ausrutschte. Es ist ihm aber zum Glück nichts passiert und er fuhr mit einem Klappergeräusch durch die Vorwerksgasse von der Bühne äh vom Platz. So nach und nach kamen viele Bekannte vorbei. Wenige Touristen waren erkennbar. Wir hörten Telefongespräche von offensichtlichen Touristen in denen deren Freunde zu einem Besuch in Weimar inspiriert wurden.

Das ganze Gebiet um den Herderplatz ist Spielstraße. Der ideale Platz für Federball, Seilspringen und Ähnliches. Anwohner haben mir aber erzählt, daß sie ihre Kinder nicht auf die Spielstraße alleine lassen, weil immer wieder Auto durch die Gassen rasen und niemand kontrolliert. Tatsächlich hat heute auch ein Polizeiauto in der Nähe in Bereitschaft gestanden, die Einhaltung der Abstandsregeln wurde überwacht. Eine schwarze Angeberkarre mit hessischem Kennzeichen erregte Aufsehen durch lautes Motorengeräusch, sonnenbebrillte starke Typen schauten kurz durch das heruntergelassene Fenster über den Platz, gaben ordentlich Gas und fuhren mit deutlich mehr als 20 km/h durch die Vorwerksgasse wieder ab. Ob sie kontrolliert und abkassiert wurden, konnten wir nicht beobachten. Nach kurzer Zeit war zum Glück wieder die Abgaswolke verzogen. Die Kutschen zogen noch nicht durch die Stadt. Warum eigentlich? Der Geruch von Pferdeäpfeln wäre mir jetzt lieber. Hätte auch ein paar für meine Hochbeete mitgenommen.

Schweren Herzens gaben wir unsere Plätze für andere Zuschauer frei. Wir hatten jeder noch Termine bei Freunden im Garten.

Am Theaterplatz war es so voll. Da es mit den Pferdeäpfeln als Mitbringsel nicht geklappt hat, würde ich noch was bei Rewe holen. Da war auch eine lange Schlange. Nix wie weg hier. Ab ins Grüne.

Tiny House – Architektin Christiane Hille http://www.tectum.de

Im Garten bei Christiane und Jay war es sehr idyllisch, alles grün und viele Geräusche. Vögel zwitscherten, Jay macht Musik, Gitarre und Gesang. Christiane hat dazu die Pflanzen gegossen. Okay diese blöden Wachhunde im Nachbargarten kläfften ab und zu, also nur wenn jemand vorbei kam, so alle 5 bis 30 Minuten. Soeben liefen offensichtlich wieder Wanderer auf dem Weg. Hundebellen. Dann Ruhe. Dann Sägegeräusche. Wieder Ruhe. Schade, wieder Hundebellen. Wurde doch nur Holz gesägt. Wir ließen noch einen Sektkorken knallen und stießen an auf unsere Gesundheit und wünschten uns, daß die angesagten Gewitter und viele Regenwolken kommen und sich unsere Wassertonnen füllen werden.

Kurz vor Sonnenuntergang bin ich mit den Pflanzen aus Christianes Anzucht wieder in meinen Garten gefahren und um voller Optimismus wieder meine Regenfolie aufzuspannen.

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Weimar

Tag 51 zu Hause – Schlanke und runde Frauen

Heute hat Sabine Schönbrunn die grüne Frau mit mir in meinem Garten aufgestellt. Wir haben uns noch eine Weile zu ihr an den Fächerahorn unter den Kirschbaum gesetzt und über dies und das geredet.

Weil es gestern so schön war, bin ich nochmal auf den Herderplatz gefahren. Auch heute trafen sich wieder viele Leute zu einem Feierabendbier oder Wein zu Gesprächen zu zweit oder auch zu dritt. Aus einigen Architekturbüros saßen schon einige Berufskollegen. So eine lockere Afterworkparty haben wir uns schon öfters gewünscht.

Als die Sonne hinter den Häusern verschwand und der Platz im Schatten war, kam Kerstin Erdmann völlig erschöpft aus der Beratungsstelle SOS-Familienzentrum. Ich hätte gerne mit ihr noch ein Glas Wein getrunken. Aber sie wollte nur noch nach Hause. Hat sich schon den ganzen Tag Geschichten von streitenden Eltern anhören müssen. Ich würde ja auch lieber das Gespräch über unsere Omas und Stricken und Töpfern fortsetzen. Sie wollte aber ganz schnell nach Hause und vielleicht wieder runde Frauen formen. Ihre Frau bei mir in der Kugelsammlung hat fast die gleiche Frisur, wie die grüne schlanke Frau im Garten.

Eigentlich wollte ich mal hören, wie ihr der Film „Niki de Saint Phalle – Wer ist das Monster, Du oder ich?“ gefallen hat. Ich habe ihr die DVD geborgt und wir versuchen seit Monaten eine Rückgabe. Den Film würde ich mir auch gerne mal wieder mit Hermine an unseren gemeinsamen Filmabenden ansehen, irgendwann schaffen wir das. Bei dem Gedanken an die dicken lustigen Nana‘s habe ich gleich Appetit auf gutes Essen bekommen. Christiane Hille und Jay Rutherford hatten gerade an der mobilen Weinbar gleich am Herderdenkmal eine verführerische Speisekarte parat. Wir bestellten uns noch ein Abendessen per Telefon und ließen es auf dem Heimweg in der Humboldtstrasse Weimar in unsere mitgebrachten Gefäße füllen. So kam ich in den Genuss sehr raffinierter Ravioli vom Sternekoch Marcello Fabbri.

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Weimar

Tag 50 – Weimar lebt auf

Bin heute wieder mit meiner Schüssel und einem Löffel zum Jelo. Leider war das Essen schon ausverkauft. Auf dem Herderplatz waren Tische und Stühle aufgelockert unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände aufgestellt. Ich fand noch einen freien Tisch und Stuhl für mich und meinen Kaffee aus der Kaffeerösterei.

Als Rudolf Kessner kam, konnte ich ihm einen Platz an meinem Tisch anbieten und bei Prosecco seinen interessanten Geschichten lauschen. Während einem Anruf von Andreas Leps habe ich mal wieder einen Nachrichtencheck gemacht und die sehr schöne „Laudatio“ von Andreas zum heutigen 30-jährigen Jubiläum von Rudolfs Mitgliedschaft im Weimarer Stadtrat gelesen.

Nach zwei Stunden vergnüglicher Unterhaltung und zwei Prosecco in der Sonne musste er mit Maske zum nächsten Termin.

Auweia, ich muss unbedingt zum Friseur. Auf meinem Rückweg habe ich die erste Glückliche mit neuem frischen Haarschnitt getroffen.

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Weimar

Tag 44 zu Hause – Antidepressiva

Immer noch kein Regen. Zum Welttag des Tanzes nur Distanz in den Mai. Keine Walpurgisnacht am E-Werk, stattdessen Pulp Fiction als Nachfeier zu Uma Thurman’s 50.Geburtstag und Mittwisten in berühmter Tanzszene. Ich muss aufpassen, daß ich jetzt nicht zu irgendwelchen Drogen wie Schokolade greife oder Frustshoppen gehe.

Hermine kam von einer Behandlung bei Luise Tamm und ist ganz tiefenentspannt, sorglos, momentan kinderlos und bereit für einen Ausflug. Nächste Woche muß sie wieder ihrem systemrelevanten Job nachgehen, wenn es für Heidi eine Notbetreuung gibt, beantragt ist sie. Carpe diem, wir fahren los, an den Rapsfeldern vorbei, darüber herrlich fette Regenwolken. Juhu!

Am Ziel fing auch tatsächlich pünktlich der Regen an. Wir sahen dem willkommenen Schauspiel von der Terrasse zu, bei einem Tee aus dem Teehaus Teuner und betrachteten dabei die Keramikstelen von Sabine Schönbrunn.

Unten rechts die grüne Frau muss noch mit Beton gefüllt werden und wird dann bald in meinem Garten stehen. Noch mehr schlanke Frauen sind unter www.schoenbrunn-art.blogspot.com zu sehen. Sie auch, aber sie steht jetzt bei mir.

Und die zweite von links auf dem Heizkörper sitzt jetzt bei Hermine.

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Lessingstrasse

Tag 42 zu Hause – Kein Regen

Seit 6 Wochen Trockenheit. Vor 10 Tagen wurde mein Garten nachts etwas beregnet. In meiner Regentonne ist aber kein Wasser angekommen. Wir haben extensive Gründächer. Es kommt nur überschüssiges Wasser in meiner Regentonne an. Damit ist demnächst nicht zu rechnen. Für gestern war Regen angesagt. Ich habe ein Sonnensegel so aufgespannt, dass ich das Wasser in der Regentonne auffangen kann. Gegen 15 Uhr kam endlich die erste kleine Regenwolke. Es war ein Tropfen auf den heißen Stein. In der Regentonne sind ungefähr 2 Liter Wasser angekommen. Zumindest funktioniert meine Wasserauffangkonstruktion. Der große Regen am Abend kann gerne kommen, ich freue mich.

Bin total deprimiert. Der prognostizierte Regen ist nördlich und südlich an der Lessingstraße vorbei gezogen. Für heute ist auch kein Niederschlag angesagt. Erst wieder für Samstag, also in 3 Tagen. Ich hoffe Berlin hat wenigstens ein paar Tropfen abbekommen. In der Zeit scheint Bayern fasst abzusaufen. Ich gehe jetzt in meinem Garten das letzte Wasser aus der Regentonne sorgsam auf meine Pflänzchen verteilen.

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