Grüner Wohnen

Oberweimar-Ehringsdorf

Am Merketal gibt es eine Ackerfläche, welche für Wohnbebauung vorgesehen ist. Wir haben schon in den 80er Jahren im Studium Wohngebiete für die Fläche geplant.

Dieser Weg ist eine Sackgasse. Wer aus Richtung Oberweimar ins Klinikum will, nimmt den Schleichweg durch die Hermann-Löns-Straße.

Die Lessingstrasse ist in der Südstadt von Weimar. Sie grenzt an den Ortsteil Oberweimar-Ehringsdorf. Ich habe ziemlich viele Freunde und Bekannte in dem Ortsteil. Das ist mir vor zwei Wochen aufgefallen und zugute gekommen, als ich Unterschriften gesammelt habe.

In diesem schönen Garten an dem schönen Haus haben wir schon einige Sommerfeste gefeiert. Leider werden die Bewohner in den nächsten Jahren wahrscheinlich Baustellenverkehr ertragen müssen. Bewohner der Straße im letzten Haus am Feldrand haben eine Bürgerinitiative gegen den Fruchtwechsel von Ackerland zu Bauland gegründet. Ein autofreies Wohngebiet mit Gärten und Bäumen sieht aus der Luft zumindest schön grün aus.

Gegenüber steht dieser idyllische Wohnwagen. Die Bewohner kenne ich nicht, habe auch noch nie jemand gesehen.

Den Bahnhof von Oberweimar haben Freunde ausgebaut. Sie sind von Kromsdorf nach Oberweimar gezogen und fühlen sich dort inzwischen mit ihren zwei Kindern sehr wohl. Auch dort haben wir einige Geburtstage gefeiert. Ab und zu fährt ein Zug vorbei, aber das macht nix.

Ehemalige Mieter haben sich gegenüber dieses Holzhaus gebaut.

Von diesen Fenstern hat man einen tollen Blick…

…über das Bauland am Merketal bis zu meiner Straße in der Südstadt. Heute war es leider etwas diesig.

Zufällig grenzt der blühende Garten von einem anderen guten Bekannten an.

Die Architekten Karsten und Karin Graw haben sich direkt am Steinbruch Ehringsdorf dieses Holzwohnhaus und ein kleines Büro gebaut.

Am Feuergässchen entsteht zur Zeit das nächste Holzhaus nach ihrem Entwurf.

Das ist der Schleichweg vom Park zu Luise Tamm meiner ehemaligen Nachbarin. Sie hat sich dort mit ihrer Familie eines der typischen kleinen Siedlungshäuser mit Unterstützung von Graw Architekten ausgebaut. Ihre kleine Praxis für Osteopathie hat sie auch noch mit untergebracht.

So schließt sich der Kreis und ich laufe durch den Park und den Schanzengraben. Vielleicht finde ich noch ein paar Äpfel, sind aber alle aufgelesen und geerntet. Auch gut.

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Weimar

Endlich Theater „Endlose Aussicht“

In der Alten Feuerwache wird zum Kunstfest Theater gespielt. Für die letzten Aufführungen habe ich keine Karten mehr bekommen. Gestern sah ich auf der Internetseite noch grün für verfügbare Plätze. Ich nahm Tickets für den gleichen Abend der Kategorie e – 2 Plätze nebeneinander „für Personen die im selben oder befreundeten Haushalt leben“. Die zweite Person aus dem befreundeten Haushalt hat auch spontan zugesagt. Was wird gespielt? Egal, Hauptsache Theater.

Es war noch ein lauer Sommerabend und unser Schirm konnte geschlossen bleiben. Der Ton kam über die Kopfhörer. Die Schauspielerin hat in mehrere kleine Kameras geschaut und das Bild riesengroß an die Brandwand projiziert.

Die Handlung: Jona sitzt in ihrer fensterlosen Kabine vor ihrem Frühstücksei. Zehn Tage Rundreise Karibik. Ihre Geschwister haben ihr diese Kreuzfahrt geschenkt. Sie ist mit 32 Kondomen im Gepäck an Bord gegangen. Die Reise ist eigentlich vorbei und sie sitzt immer noch hier. Der erste Passagier ist an einem seltsamen Virus gestorben. Seitdem steht das Schiff unter Quarantäne, darf nirgendwo anlegen und treibt auf dem Meer wie ein schwimmendes Tschernobyl. Längst ist Jona Teil eines Luxusgefängnisses. Am Tag hat sie 30 Minuten Ausgang (oder Auslauf?) auf Deck.

Ich muss an die Zeit denken, als Sabine und über ihrem Mann berichtet hat, der im März noch seit Monaten auf Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff war, aber nirgendwo anlegen durfte und wir fieberten mit. Das gleiche Drama. Mich interessiert, ob die Autorin Theresia Walser tatsächlich auf einem Kreuzfahrtschiff war. Sie hat fast die gleichen Gedanken gehabt, wie wir in unserem Chat. Als „eine der erfolgreichsten Dramatikerinnen ihrer Generation“ hat sie natürlich die Spannung stark überhöht. Wir haben die 75 Minuten mit Jona mitgefiebert und über den Galgenhumor gelacht.

Zwischendurch habe ich auch mal den Kopfhörer abgenommen. Die Schauspielerin war dann ganz leise zu hören und ich konnte mich mit meinem Sitznachbarn leise unterhalten. Andere Pärchen haben das auch gemacht, es hört ja niemand sonst mit Kopfhörer. Als ich den Kopfhörer wieder auf den Ohren hatte, musste ich mal niesen, das hat bestimmt niemand gehört. Habe mir dabei keinen Zwang angetan, wie sonst im Theater. Die Schauspielerin sagte „Gesundheit“, das war mir dann doch etwas peinlich.

Falls sich jemand fragt, ob ich während der Vorstellung fotografiert habe: Nein, ich habe die Bilder im Netz geklaut.

Ach es war so toll! Judith Rosmair ist so schön und spielt so lebendig. Die Videos von ihrem Lebensgefährten dem Video- und Installationskünstler Theo Eshetu erzeugten das Gefühl von Weite und Einsamkeit im Meer. Der Text von Theresia Walser sehr witzig. Ich gehe heute gleich mal in die Bibliothek leihe mir ein Buch von ihr aus…

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Thüringen

Wandern für Regen

„Klimaerwärmung und Waldentwicklung am Thüringer Drei-Türme-Weg“ war das Thema der jährlichen Wanderung.

Auf dem Hainturm konnte die Aussichtsplattform betreten werden. Der Blick durch die Zinnen nach unten ist schon möglich.

Der Turm wurde 1828 auf freiem Feld errichtet. Vor hundert Jahren gab es in Thüringen ungefähr 25% Waldfläche, heute sind es ungefähr 33%, es könnten aber 45% sein. Inzwischen steht er zwischen hohen Bäumen. Eine schmale Blickachse, lässt einen kleinen Durchblick zu. Wenn das Herbstlaub gefallen ist, könnte Ende des Jahres ein Blick in die Landschaft möglich sein. So nach und nach werden noch ein paar Buchen geerntet und der Blick zum Carolinenturm ist frei.

Wolfgang Grade informierte an mehreren Stellen über die Waldentwicklung, die Auswirkungen der Trockenheit, zeigte abgestorbene Fichten, erzählte von vielen Schädlingen. Das war teilweise etwas deprimierend. Auf dem Kötsch konnte er uns die positive Entwicklung eines Nadelwald zum Dauerwald anschaulich erläutern. Unter dem Baumkronendach der Nadelbäume, wachsen 15 verschiedene Baumarten mit unterschiedlichen Entwicklungsstrategien.

Die Sicht vom Carolinenturm war nicht so superklar, der Himmel mit Wolken verhangen…

…die ersten Tropfen fielen auch gleich aus den fetten Wolken

Nach 19 km Wanderung stiegen wir auf den dritten Turm, den Paulinenturm. In allen Richtungen waren nur Regenwolken zu sehen.

Am Ende standen wir dann alle bei bestem Wetter im Regen und lauschten noch den letzten Erläuterungen zu naturgemäßer Waldwirtschaft. In Berlin wurde in der Zeit gegen Corona demonstriert, wir haben unser Immunsystem gestärkt und sind erfolgreich für Regen gewandert. Das war der Beginn eines Dauerregens, über Nacht kamen in Weimar ungefähr 60 mm Niederschlag runter. Meine Regentonne läuft nun über, na hoffentlich läuft die Ilm nicht auch über.

Zum Abschied unser Tour „Wandern für Regen“ haben wir noch einen Baum umarmt und einen Flyer von ANW mitgenommen. Darin sind viele Gedanken zum Umgang mit dem Wald kurz und knackig dargestellt und lustig illustriert. Viele Fragen sind offen. Warum wird der wirtschaftliche Erfolg an den geernteten Festmetern Holz und Holzpreisen gemessen? Thüringen wäre wahrscheinlich ein reiches Land, wenn die lebenswichtige Sauerstoffproduktion abrechenbar wäre.

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Grüner Wohnen

Holzdorf – Teil 2 Im Baustoffhof

Auf dem riesigen Anwesen gibt es etwas abseits hinter dem Ökoparadies auch einen „Baustoffhof“.

Vor ein paar Wochen waren die beiden Hasen Toffi und Fee bei uns in der Lessingstrasse unter den Platanen auf der Weide. Für ihr Gehege suchte ich damals einen Tunnel zum Krabbeln und als Sonnenschutz. Meine improvisierte Holzkonstruktion ist schnell wieder zusammen gebrochen. Ich dachte an ein Tonrohr. Auf den Baustellen in der Stadt habe ich nur PVC-Rohre gesehen. Hier sind verschiedene Tonrohre gelagert.

So ein Firstziegel ist vielleicht auch geeignet.

Beim Weitersuchen haben wir eine Fassadenplatte zur Seite genommen. In dem Zwischenraum haben sich Ameisen ein Gangsystem mit Gründach gebaut.

Die meisten ausgebauten und gesicherten Fenster sind nebenan im Gemüsegarten zu einem großen Gewächshaus zusammen gebaut. Für ein kleines Gewächshaus finde ich bestimmt noch ein passendes Fenster.

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Grüner Wohnen

Backofenfest im Ökoparadies Holzdorf

Das Landgut Holzdorf ist einer meiner Lieblingsorte bei Weimar. Letztes Wochenende lud die Diakonie zum Backofenfest ein. Dies war eine Gelegenheit das „Ökoparadies“ zu besuchen.

Otto Krebs aus Mannheim, der Erfinder des „Glieder-Heizkessels“ kaufte sich das Landgut Holzdorf. Er richtete sich im Herrenhaus hübsch ein, hing dort seine Kunstschätze auf, stellte Skulpturen in den Garten und baute sein Gemüse in modernen beheizbaren Gewächshäusern an. Zwischen den verbliebenen Fundamenten gibt es nun Lehmbauten, Kräuterbeete, idyllische Sitzecken, ein Barfusspfad und Gewächshaus aus Natur- und Recyclingmaterial.

Es gab Brot und Blechkuchen aus dem Lehmofen. Das Kaffeewasser wurde auf diesem alten Küchenherd gekocht.

Auf dem Gelände gibt es auch diese „Private Sphere“ mit Panoramafenster. Bis 3 Personen können dort für 20 Euro pro Nacht mit Matte und Schlafsack gut übernachten.

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Thüringen

Weitersroda

Letzter Abend beim Festival in Rudolstadt bei den Bauernhäusern auf der Bank unter der Linde. Der Liederkreis aus Köln sang noch ein paar Volkslieder an. Plötzlich kam aus dem Nichts Prinz Chaos II. in weißem Gewand jedoch ohne Pferd und gesellte sich zu uns. Sang uns ein Lied von einer Partei, die er wählen würde. Erzählte uns mit seinem bayerischen Akzent, dass er wie wir auch in einem Einparteiensystem groß wurde und nun eine Anarchomonarchie auf Schloss Weitersroda gegründet hat. Zum Schluss sang er noch: „Auf, auf zum Kampf…. dem Karl Liebknecht haben wir’s geschworen, der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand“ …überreichte uns seine Visitenkarte und entschwand.

War das ein Traum? Nein, er ist sogar unter dem Namen Florian Kirner als Liedermacher und Kabarettist im Internet präsent. Ein Buch „Leichter als Luft“ ist auch von ihm erschienen. Nun waren wir mal an seinem Schloss gleich hinter Hildburghausen.

Hier residiert Prinz Chaos II.

Das Festivalgelände des Paradiesvogelfest ist im Schlosshof. Leider konnten wir nur vom Zaun aus lunsen. Fotografiert haben wir es nicht. Das Schloss wird schon mehr als genug von Eindringlingen und Drohnenflügen in seiner Ruhe gestört. Wir sahen vom Rand lustige Bühnen und Bauten aus Holz. Das Programm für das Festival 2021 steht schon http://www.paradiesvogelfest.de

Der Zentrale Busbahnhof von Weitersroda, gleich an Schloss und Kirche.

Galerie und Kunsthandel in Weitersroda

„Glaube niemals was Du gehört hast“ Goethe

Hat Goethe das wirklich gesagt oder geschrieben? Hab ich nie gehört. Naja im Grunde hat er sowieso alles gesagt. Vielleicht hat er den Spruch dem Besitzer damals gesagt und er hat es gleich in Holz geschnitzt.

In der Metzgerei Marc Sauerbrey haben wir uns noch für unser Picknick eingedeckt. Die Pferdeklopse in der Büchse mussten wir auch zum Probieren nach Weimar mitnehmen. Die hat bestimmt Goethe auch schon auf seiner Durchreise gegessen.

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Thüringen

Seebach

…ist ein ehemals kleines Kuhdorf mit 900 Einwohnern in einem Tal. Eine Strasse führte am Berg vorbei. Ende der 60er Jahre wurde die Umgestaltung zu einem „sozialistischen Dorf“ begonnen. Eine neue Strasse wurde durchgeführt, eine große Fabrik vor den Wartberg gesetzt und Wohnblöcke für die Beschäftigten und ihre Familien zwischen die kleinen Häuser gesetzt. Einwohnerzahl stieg auf ca. 3.500 plötzlich.

(Den Artikel aus der „Architektur der DDR“ muss ich mal finden)

Meine Eltern sind mit mir und meiner Schwester aus Gotha in eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung mit 52 qm gezogen. Küche mit Durchreiche und innenliegenden Bad und Balkon.

Der Balkon war im Süden. Ungefähr 20 Familien hätten mir beim Sonnen zuschauen können, wenn ich mich dort in die Sonne gelegt hätte, wenn sie geschienen hätte und bis sie hinter dem Querblock verschwand.

Das Foto habe ich 1971 aus meinem Kinderzimmerfenster gemacht. In dem Hof unter mir lagerte das Material von Nebengebäuden, auf dessen Grundfläche jetzt unser 80 m lange Fünfgeschosser stand. Ich konnte gemütlich von meiner Fensterbank beobachten, wie der Mann aus dem Haus seine Karnickel fütterte und in seinem Garten arbeitete.

Auf dem Berg gegenüber bin ich im Winter mit Schlitten oder Skiern gefahren. In einem Sommer saß dort öfters eine Malerin und hat einen Gesamtblick auf das Dorf mit den Neubaublöcken gemalt. Das Bild hing dann in der Bibliothek. Wo ist es jetzt?

Die Malerin Veronika Wagner (VW) ist mit ihren vielen Bildern nach über 50 Jahren von Berlin in das Haus ihrer Familie zurück und hat es zu ihrem neuen zu Hause gemacht. Von ihrer Miniveranda hat sie auch einen schönen unverstellten Blick mit der Scheune, die auch auf meinem Foto zu sehen ist.

Meine Schulfreundin ist auch eine der wenigen Ureinwohner von Seebach. Ihr Garten lag früher am Dorfrand und nun führt eine Bundesstrasse direkt am Gartentor vorbei. Der Blick auf den Wartberg ist durch das Fabrikgebäude mit einem leuchtend grünen Schriftzug „DECKEL-MAHO“ verstellt.

Im Garten meiner Schulfreundin war es trotzdem sehr gemütlich und lustig. Um 23 Uhr leuchtete die Schrift nicht mehr und es fuhren keine Autos. Ihr Sohn aus Erfurt war mit seinen 3 Kindern da. Er fühlt sich in Seebach zu Hause und arbeitet in Erfurt. Am nächsten Tag musste er arbeiten. Ach, fährt er dann nach Erfurt? Nein, er macht Homeoffice, in Seebach, da wo er geboren wurde und groß geworden ist und das Haus seiner Vorfahren ist. Von seinen Schulfreunden aus den Blöcken ist kaum einer noch da und kommt auch nicht mit den Kindern in den Ferien.

Der Weg von dem meine Freundin als Kind in den Wald konnte, ist auch schon lange durch die Maschinenfabrik versperrt. Das stellten wir auch fest, als wir vom Klubhaus mal kurz eine Runde laufen wollten. Der Weg über die Blumenwiese hinter dem Werk am Waldrand wurde uns mit der Zeit in der Sonne doch zu lang, wir fanden keinen Durchgang ins Dorf. In einem kleinen Waldstück suhlten sich Wildschweine. Irgendwann kamen wir auf die Zufahrt zum Werkseingang zu dem angeblich 600 Beschäftigte von außerhalb anfahren und wieder weg fahren. Zu dem Zeitpunkt war es sehr ruhig, wegen Kurzarbeit und Betriebsferien. Wir hofften, daß dies für uns keine Sackgasse ist und es eine Verbindung zum Dorf gibt. Wir fanden dann auch noch einen offensichtlich wenig begangenen Pfad.

Als wir die fehlende Wegebeziehung vom Dorf in den Wald in einer Unterhaltung bemerkten, fragte der Besuch aus der Großstadt, wozu denn jemand aus dem Dorf in den Wald sollte, ist doch nicht nötig. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass die Wildschweine nicht ins Dorf kommen.

Wie geht es weiter mit Seebach? Es gibt Studenten von der Uni in Weimar, die Studien machen. Von einem Mehrgenerationshaus ist die Rede. Ein Planungsbüro in Weimar ist mit Konzeptentwicklungen beauftragt. Was ist mit der alten Uhrenfabrik? Mirko erzählte von Ideen zu einem Kunstraum. Na das wäre doch vielleicht auch was für VW (Veronika Wagner). Es gibt keine Gaststätte, keinen Treffpunkt. Der ehemalige Zentrale Platz zwischen Schule, Turnhalle und „Kinderkombination“ mit untermauertem Dienstleistungszentrum und der alten Dorfkirche mit Blickachse zum Werktor, einer Skulptur und einer Blumenuhr ist jetzt ein Parkplatz.

Die Sparkasse zu der ich mein erspartes Taschengeld trug, war davor ein Bäcker und wurde inzwischen denkmalgerecht saniert und ist jetzt eine „Heimatstuben“. Dort werden alte Alltagsgegenstände und die Geschichte von Seebach gezeigt. Die alte Singernähmaschine von meiner Oma aus Gablonz steht da auch.

Das Haus meiner Großeltern in Jablonec (Gablonz). Heute steht ein Wohnblock drauf.

Gegenüber haben „Zugezogene“ ein altes Fachwerkhaus umgesetzt und einen Bauerngarten angelegt. An der alten Dorfstrasse vor den alten Häusern sind „Gärten des Grauens“ mit Schotter zu sehen. An einigen Hängen am Dorfrand pflegen die Leute aus den Blöcken ihre Kleingärten. Für bauwillige junge Familien gibt es keine Grundstücke.

Im ehemaligen Fleischerladen steht jetzt ein Dönerspieß. Vielleicht kommt ja noch ein Zugezogener oder Rückkehrer und eröffnet eine Gaststätte. So wie in Ummerstadt.

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Thüringen

Ummerstadt

…ist nicht etwa die Hauptstadt von Lummerland. In einem hintersten Zipfel und drei Seiten von Grenze umschlossen, lag vor über 30 Jahren Ummerstadt. Heute liegt es mitten in Deutschland. Letzte Woche haben wir es auf einer Tour durch Südthüringen besucht.

Der alte Gebäudebestand an Fachwerkhäusern ist zum größten Teil saniert.

In den Seitengassen stehen noch unsanierte Gebäude.

Michael Stoll ist Küchenchef und Inhaber der Bürgergastronomie. In seinem Café bekamen wir leckere Gemüsesuppe, selbst gebackenen Kuchen und Limonade. Er erzählte uns von seinem neuen Leben in Ummerstadt nach vielen Jahren in Großstädten und anderen Ländern und dem wachsenden Tourismus in der kleinen Stadt und seinen geplanten und laufenden Projekten http://www.buergergastronomie.de

Er musste noch zu einem Pressetermin. Am 16.August sendet der Bayerische Rundfunk einen Beitrag über Ummerstadt.

Die Bank ist eventuell inspiriert von den Skulpturen von Niki de Saint Phalle. Die beiden Herren im Hintergrund kamen aus Hessen zu Besuch und erkundeten Thüringen. Sie stellten uns viele Fragen zum Leben in der DDR, wofür sie sich nach eigener Aussage nie interessierten, als es sie noch gab. Das merkte man auch.

Für unsere nächste Station Coburg empfahlen sie uns unbedingt den Verzehr einer Rostbratwurst auf dem Marktplatz. Als wir halb 6 dort ankamen und uns auch an dem Bratwurststand anstellten, waren leider die Würste auf dem Holzkohlegrill ausverkauft. Der Grillmeister hatte auch keine Lust mehr, noch welche für die neuen zahlreichen Kunden in der Schlange aufzulegen. Na gut, dann gehen wir halt in das nächste Café. Auch dort konnten unsere Bestellungen nicht mehr aufgenommen werden, weil die Kaffeemaschine schon gesäubert wurde und die Bedienung auch „mal Feierabend haben will“. Schlechte Gastronomie und unmotiviertes Personal kennen wir zwar, haben es in Thüringen aber lange nicht mehr erlebt. Mir fielen die kritischen Anmerkungen von Besuchern aus anderen Bundesländern ein, die den Eindruck hatten, dass die Marktwirtschaft hier noch nicht angekommen wäre, sie den Eindruck hätten hier wollen die Hotels und Gaststätten keinen Umsatz machen und der oft gehörte Satz „die müssen noch viel lernen“.

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Yoga

Yoga in der Hängematte

Schon mal von Aerial Yoga gehört? Bilder die im Internet kursieren haben mich zum Tag der Hängematte am 22.Juli 2020 zu ein paar Nachahmversuchen animiert.

Auf unserem Spielplatz habe ich eine Schaukel konfisziert und meine Hängematte befestigt. Schließlich kann man eine Schaukel auch zu zweit nutzen.

Schneidersitz geht auch in der Hängematte

Fast wie Fliegen

Baum ohne Wurzeln? Also Hängepflanze?

Kopfstand ist so auch viel leichter

Ich stelle fest, die weltbeste Hängematte von bambushuette ist eine Alternative zum Aerialtuch für erste Versuche in Luftyoga.

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Allgemein, Weimar

Schöne Aussichten

In den letzten Wochen fanden viele gewohnte Veranstaltungen virtuell statt oder fielen komplett aus. Über Besprechungen in Videokonferenzen war ich nicht traurig, ich sparte die Anreise und konnte auch unsichtbar für die anderen Teilnehmer an meinem Pullover weiter stricken. Auf die digitalen Angebote zur Fete de la Musique habe ich verzichtet. In der Lessingstrasse ist auch niemand dem Aufruf gefolgt und vor das Haus getreten und hat gesungen. Leider konnte ich auch keine Musiker finden und motivieren die gerne auf unserer Wiese aufspielen wollten. Ich hätte ihnen gerne ein Scheinchen in den Hut geworfen. Das Angebot an Webinaren war eine sinnvolle Alternative zu kostenintensiven Seminaren mit langer Anreise. Panoramabilder und Videos von Drohnenflügen sind auch reichhaltig im Netz zu finden.

Trotzdem ist zur Zeit der „City Skyliner“ in Weimar neben dem „Dicken“ unserem guten alten Kasseturm aufgebaut. Leider konnte ein Virus den Aufbau nur verschieben und nicht verhindern. Bei einem Kaltgetränk im Liegestuhl stört nun eine riesige drehbare Plattform den Blick in die Wolken. Darauf hätte ich auch noch gut verzichten können. Nach Dresden, Wien und Stockholm bleibt er für drei Monate in unserer Thüringer Kleinstadt und zieht dann weiter nach Innsbruck. Aus einer Besucherkabine in 70 m Höhe könnte ich mit Mundschutz auf einer blauen gepolsterten Bank sitzend auf die Stadt schauen. Sehe ich dann mehr als vom Turm der Jakobskirche oder von der Terrasse des Goethe-Schiller-Archiv? Wenn nicht der Ettersberg im Norden, Belvedere im Süden und der Webicht im Osten wären, könnte man 29 km weit schauen bei guter Sicht. Im Westen könnte eventuell Erfurt sichtbar sein. Dafür lohnt sich der Eintrittspreis von 8 Euro nicht.

Die neue Skyline von Weimar

Vom Riesenrad auf dem Rollplatz habe ich in den letzten Jahren für 2,50 Euro schon alles gesehen, was es von dem Punkt aus zu sehen gibt.

Blick vom Riesenrad
Blick vom Turm der Jakobskirche

Auf unserer letzten Radtour nach Ottstedt konnten wir beim Picknick auf einer Blumenwiese über Erfurt drüberweg bis zum Inselsberg schauen. Das sind ungefähr 60 km Luftlinie. Was will man mehr?

Vom Glockenturm auf dem Ettersberg ist ganz Weimar in seiner Tallage und die umliegenden Höhen sichtbar.

Gegenüber auf dem Hainberg im Süden von Weimar steht der Hainturm. Der Aussichtsturm wurde auf Veranlassung der Großherzogin Maria Palowna 1830 gebaut. Die Hainturmgesellschaft hat sich in den letzten Jahren für den Erhalt und die Wiedernutzbarmachung des Turmes eingesetzt. Inzwischen ist wieder eine Treppe und ein Ausstieg gebaut. Jetzt fehlt nur noch Geld für die Montage einer Absturzsicherung und dann kann der Turm hoffentlich bald wieder bestiegen werden. Über die Geschichte und Spendenmöglichkeiten gibt es Informationen auf www.hainturm-weimar.de

Eine Wanderung über Belvedere an der Pfeifferquelle vorbei zum „Rapunzelturm“ lohnt sich trotzdem jetzt schon.

Heute am 10.Juli in der TLZ
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