Lessingstrasse

Vorsicht! Unfallgefahr

In den letzten Tagen des letzten Jahres bin ich noch von der Stufe vor meinem Haus auf die Nase gefallen. In der Nacht wurde mein kleiner Finger immer dicker. Nach 3 Stunden Warten im Notfallzentrum im Klinikum habe ich erfahren, dass er tatsächlich nicht nur geschwollen sondern gebrochen ist. Zum Glück ist es die linke Hand. Blöd ist, dass ich nicht Stricken kann. Habe einiges probiert, finde aber keine Technik mit nur 3 Fingern der linken Hand.

Heute habe ich wieder einen Termin. Ich soll mir für den Tag nichts weiter vornehmen. Na super. Das ist das Unangenehmste an dem Bruch, das stundenlange Sitzen im Wartebereich und den Stress in einem Notfallzentrum mitzubekommen. An dieser Stelle möchte ich mich beim gesamten Klinikum entschuldigen, weil ich nun mit meinem durch Unachtsamkeit verursachten Bruch das Gesundheitssystem belästige.

10:50 Uhr Erste Etappe. Am Einlass ist eine lange Warteschlange. Zwei Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, geben Auskunft, lassen Formulare ausfüllen und bekleben die Besucher mit einer Zugangsberechtigung. Am Container nebenan ist ein ständiges Kommen und Gehen der Mitarbeiter für einen Coronatest.

11:30 Uhr – Ich sitze im Warteraum. Zeit zum Chatten. Mist mein Akku ist gleich leer. Diesmal habe ich ein Ladekabel mit, aber die Steckdosen sind zu gut gesichert. Für diesen Fall habe ich heute auch genügend Lesestoff dabei. Beim letzten Besuch studierte ich den „Sackpfeifer“ erst gründlich und dann konnte ich mit einer Bekannten über unsere Unfälle quatschen.

12:30 Uhr die Ärztin hat mich zum Röntgen geschickt. Dort lässt sich im Warteraum noch Strom klauen und kleine Kinder können in die Steckdosen schauen.

13:00 Uhr – Mit meiner Zugangsberechtigung ins Klinikum konnte ich endlich mal wieder in den Genuss eines Dreigängemenu für 6 Euro kommen.

14:00 Uhr Alles erledigt ich kann wieder an die frische Luft. Jetzt ist niemand am Einlass und die beiden Mitarbeiter langweilen sich. Könnte man eventuell das Bestellsystem verbessern? Am besten man wird nicht zum Notfall.

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Lessingstrasse, Nora Tschirner, Tatort Weimar

Der feine Geist

Zum Jahresbeginn wurde der elfte Tatort aus Weimar ausgestrahlt. Die Dreharbeiten wurde gerade noch rechtzeitig am Freitag den 13.März 2020 vor Ausruf der Pandemie abgeschlossen.

Wie bei jeder Folge war ich am Ende erstmal völlig verwirrt, von den ganzen skurrilen Szenen und Wendungen. Diesmal ist also Lessing erschossen worden, aber der Zuschauer, zumindest ich, hat nicht gecheckt dass er nun als Geist weiter mitspielt. Als Weimaranerin achte ich bei der ersten Sichtung zu sehr auf die Location’s und versuche sie zu erkennen. Die schwarze Villa habe ich natürlich gleich erkannt. Die Zuschauermeinungen waren mal wieder sehr divers, von „blödsinnig“ und „schrecklich“ bis „der allerbeste ever“, „sehr ernst“. Überrascht hat mich die tiefe Traurigkeit mancher Zuschauer. Diese Emotionen kamen bei mir wahrscheinlich nicht an, weil ich den Weimar-Tatort von vornherein nicht so ganz ernst nehme, ist ja sowieso nur ein Film. Über die extrem albernen Szenen mit Lupo und Stich sehe ich hinweg ohne mich aufzuregen. Was mich aber genervt hat, war die seltsame Steckfrisur von Kira in den ersten Folgen. Diesmal hatte sie aber sehr schöne Haare und eine gute Maske. Auch die Pullover muss ich mir nochmal genauer anschauen. Die Ausstattung ihrer Wohnung gefiel mir auch diesmal und ganz besonders die Teller.

Christian Ulmen hat auf eigenen Wunsch den Weimar-Tatort verlassen. Er braucht mehr Zeit um den Bekloppten in Jerks zu spielen, anstatt den feingeistigen Lessing. Kann ich akzeptieren. Ich glaube Christian Ulmen mag unsere piefige Kleinstadt sowieso nicht. Der feine Herr gab uns nur beim ersten Preview in Weimar die Ehre seiner Anwesenheit. Diese Ermahnungen „Frau Dorn!“ bei lustigen und wahren Bemerkungen von Kira waren voll die Spassbremse. Die Zitate und Statistiken gingen mir auch ziemlich auf die Nerven.

Bei jedem „Frau Dorn!“ musste ich unwillkürlich zusammen zucken. Mein ehemaliger Lieblingschef Michael Eschwe hat das ihm gleichen Tonfall auch oft gesagt, er ist auch ein ähnlicher Typ, rein äußerlich. Zum Beispiel wollte eine Bauherrin aus Karlsruhe unbedingt, dass die Toiletten vorzeitig für ein Baustellenfest nutzbar gemacht werden. Das war sehr schwierig. Ich schlug vor, dafür die vorhandenen Baustellencontainer nach einer gründlichen Reinigung zu benutzen. Frau Hartmann-Schleicher hyperventilierte daraufhin und erklärte mir, dass das für Bänker ein völlig inakzeptabler Vorschlag ist. Ich erklärte ihr, dass ich auch auf diese Toiletten gehe und sagte: „Bänker machen doch auch nur Scheiße. Oder kacken sie Marzipankugeln?“ Ein Antwort bekam ich leider nicht. Nur ein Ermahnung: „Frau Dorn!“ von meinem Chef.

Da fällt mir noch ein Beispiel ein. Wegen Termindruck musste das Parkett schnell eingebaut werden. Im Winter wurde das Bankgebäude schön geheizt und das Parkett konnte endlich austrocknen. Logischerweise entstanden kleine Risse, die von Frau Hartmann-Schleicher umgehend als Mangel angezeigt wurden. Der Parkettleger erklärte geduldig die bauphysikalischen Zusammenhänge und wie das Holz arbeitet und sich bewegt. Meine Anmerkung: „…wahrscheinlich als einzige in diesem Haus.“ wurde natürlich auch mit einem strengen: „Frau Dorn!“ vom Chef kommentiert. Ich habe aber sein heimliches Schmunzeln gesehen. Eigentlich war er ein frecher Westberliner, den er vor den Bauherren natürlich nicht rauslassen durfte. Hinterher haben wir aber über die Arroganz und Pingeligkeit mancher schwäbischer Bänker den Kopf geschüttelt.

Seit gestern ist der Drehort Weimar eingeschneit und ich war nicht die einzigste die plötzlich den Ausgang der Parkhöhle fotografiert hat, wo die Mörderin gefasst wurde.

Das Tempelherrenhaus hat schon Moby für sein Cover fotografiert, sieht aber eingeschneit nochmal besonders schön aus.

Es gab 2 und 3/4 Tote, 3/4 lag hier auf der Treppe, der angeschossene und nicht mehr vernehmungsfähige Wolle.

Wie geht es nun weiter mit dem Tatort? Im Jahr 2021 wird nicht gedreht. Das bedeutet für mich, ich bekomme keine Komparsenrolle 2021 und muss mir meinen Lebensunterhalt anderweitig verdienen. Murmel Clausen hat vom mdr den Auftrag für ein neues Drehbuch. Wenn 2022 gedreht werden soll, muss es im September 2021 fertig sein. Lessing wird auch nach Zuschauerprotesten definitiv nicht auferstehen, wie damals Bobby Ewing in Denverclan (oder Dallas? egal). Er steht eventuell als „Gespinst“ in weiteren Folgen zur Verfügung. Vielleicht kommt ja Til Schweiger als Nachrücker aus Hamburg. Die Vorstellungsszene kann gerne wiederholt werden: „Ihr Name?“, „Tschiller“, „So wie der Dichter?“, „Welcher Dichter?“. Wer weiß, wenn seine teure Actionszenen das Budget des ndr sprengen, finanziert der mdr vielleicht mal eine Verfolgungsjagd mit Sprung vom Jacob auf die Fahrzeuge irgendwelcher Ganoven. Vielleicht möchte Jürgen Vogel aber auch mal Tatort-Kommissar werden. Ihn könnte ich mir unter dem Name „Götte“ auch gut als neuen Partner von Kira vorstellen. Das wäre göttlich! Na mal sehen, was den Autoren und dem mdr so einfällt.

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Lessingstrasse

Jahresrückblick

Das letzte Jahr verlief auf jeden Fall anders als am Anfang geplant. Meine bescheidenen Reisepläne konnte ich nicht umsetzen. Nach der Lektüre des Buches „Hygg, hygg hurra!“ wollte ich endlich mal das glücklichste Volk in Dänemark besuchen. Sehen wo man das dänische Design im Alltag findet, fahrradfreundliche Städte besuchen…

Stattdessen habe ich es mir in meinem „zu Hause“ hygge gemacht. Aus der großen Langeweile habe ich Dinge gemacht, die ich lange nicht gemacht habe oder schon immer mal machen wollte.

Einen Drachen habe ich das letzte mal vor über 30 Jahren steigen lassen. Das Flurstück „Über der großen Sackpfeife“ war damals noch eine sehr windsichere Wiese. Mit einem selbstgenähten orangefarbenen Drachen zog ich mit Jonas und einem Freund los. Der Wind war ideal und die 300 m lange Schnur wurde komplett aufgerollt. Irgendwann stürzte er doch über den Häusern ab. Wir gingen lange der Schnur nach und fanden ihn dann auf dem Dach eines Hauses zwei Straße weiter. Jetzt wohne ich auf der ehemaligen Drachenwiese. Mit meinen Nachbarinnen Hermine und Heidi ließen wir auf dem Berg unsere Drachen steigen.

Seitdem gehe ich mit meinem kleinen Taschendrachen regelmäßig Gassi.

Manchmal kommen auch alte Puhdys-Fans mit, die den Drachen steigen lassen.

Jonas und Laura konnten auch nicht verreisen und hängen in ihrer kleinen Wohnung in Berlin fest. Laura strickt jetzt ihren ersten Pullover und Jonas hat nach 25 Jahren Häkelpause aus den Wollresten was gemacht.

Bloggen und Hängemattenyoga sind Dinge die ich noch nie vorher gemacht habe und eigentlich auch nie geplant hatte. Mal sehen was ich im nächsten Jahr mache. Ein Buch schreiben? Trommeln? Ausgeschlossen ist bereits Malen, Töpfern, Singen.

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Lessingstrasse

Tag 42 zu Hause – Kein Regen

Seit 6 Wochen Trockenheit. Vor 10 Tagen wurde mein Garten nachts etwas beregnet. In meiner Regentonne ist aber kein Wasser angekommen. Wir haben extensive Gründächer. Es kommt nur überschüssiges Wasser in meiner Regentonne an. Damit ist demnächst nicht zu rechnen. Für gestern war Regen angesagt. Ich habe ein Sonnensegel so aufgespannt, damit ich das Wasser in der Regentonne auffangen kann. Gegen 15 Uhr kam endlich die erste kleine Regenwolke. Es war ein Tropfen auf den heißen Stein. In der Regentonne sind ungefähr 2 Liter Wasser angekommen. Zumindest funktioniert meine Wasserauffangkonstruktion. Der große Regen am Abend kann gerne kommen, ich freue mich.

Bin total deprimiert. Der prognostizierte Regen ist nördlich und südlich an der Lessingstraße vorbei gezogen. Für heute ist auch kein Niederschlag angesagt. Erst wieder für Samstag, also in 3 Tagen. Ich hoffe Berlin hat wenigstens ein paar Tropfen abbekommen. In der Zeit scheint Bayern fasst abzusaufen. Ich gehe jetzt in meinem Garten das letzte Wasser aus der Regentonne sorgsam auf meine Pflänzchen verteilen.

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Grüner Wohnen, Lessingstrasse

Tag 27 – Hasenstallarchitektur

An diesen Ostertagen handeln die Gespräche oft davon, wie es nach Ostern weiter geht. Ich fange auch allmählich an zu überlegen, was ich beruflich in nächster Zukunft machen werde. J. hatte eine tolle Idee, ich könnte doch Hasenstallarchitektin werden.

Das kam so: An den Ostertagen habe ich in einem Garten bei Freunden ein richtig schönes Hasengehege gesehen.

Die Kinder von J. haben auch Hasen und noch kein schönes zu Hause im Grünen, noch sind sie in ihrem Winterquartier. Ein Umzug in den Garten ist in Planung. Das könnte mein erstes Projekt werden.

Die Hasen von Heidi haben zwar schon ein schönes zweigeschossiges Haus. Bis jetzt haben sie aber nur ein quadratisches Stück Rasen als Auslauf. Mein kleines zweigeschossiges zu Hause wurde vom Weimarer Volksmund in den ersten Jahren als „Karnikelstall“ bezeichnet. Von daher weiß ich, dass ein eigener kleiner Freisitz, Austritt, Auslauf, Garten sehr wichtig sind.

Der Mensch braucht wie der Hase einen Platz zum Essen, zum Liegen, mal Schatten, mal Sonne, was Grünes. Mein Gärtchen ist jetzt sogar so groß, dass ich Besuch unter Einhaltung der Abstandsregeln empfangen kann. Judith arbeitet im Klinikum in meiner Nähe. Ich habe ihr angeboten in der Mittagspause mal vorbei zu kommen. Während unserer Fahrradtour auf den Ettersberg hätte sich Michael schon ganz gern zwischendurch bei einem Kaltgetränk erfrischt und ich eine Kaffeepause gemacht. Judith hat in der Zeit Bilder von ihrem gebackenen Kuchen ins Netz gestellt. Meine spontane Besuchsanfrage musste sie leider ablehnen, weil wir auf ihrem Balkon den Abstand nicht einhalten können und die Nachbarn auch sehr darauf achten, bei sich und den anderen. Okay, wir wollen ja auch nicht, dass die Fallzahlen nach Ostern wieder schneller ansteigen.

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Grüner Wohnen, Lessingstrasse

Tag 23 zu Hause – Nachbarn

Heute war ich mal wieder in der Stadt. Ich kann allen Daheimgebliebenen berichten, es ist sehr ruhig in der City. Bei Jelo gibt es Mittagessen in einer Einwegpackung. Zur Müllvermeidung wird das Essen auch auf eigenem Teller oder Gefäß ausgegeben.

Auf dem Rückweg habe ich meine kleine Nachbarin über den Zaun lunsen gesehen.

Ihre Eltern sind auch zu Hause. Sie haben grad Mittagspause gemacht. Papa gibt Musikunterricht über das Internet. Mama arbeitet in einem kleinen feinen Laden in der Innenstadt und organisiert jetzt den Onlineverkauf matzundmurkel für Kinderbekleidung, Spielzeug und Zubehör. Vroni reitet heute auf ihrem Hexenbesen und morgen auf dem Pferd durch den Garten.

Katja Liebeskind ist gelernte Friseuse, gut zu wissen für den Notfall.

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Lessingstrasse

Tag 21 zu Hause – Frühling

In der Lessingstrasse ist alles ruhig und entspannt. Es ist Frühling, die Obstbäume fangen an zu blühen, Vögel zwitschern und die Bienen summen. Am Krankenhaus in der Nähe ist auch Ruhe. Keine Hubschrauberflüge und kein Tatütata von Rettungsfahrzeugen zu hören. Die Nachbarstochter ist auch seit ein paar Tagen aus Asien zurück. Wir konnten einen Plausch am Fenster machen. „Es ist so surreal.“

Ja, genau das sage ich auch seit 2 Wochen. Ich habe mich auch gefragt, wie mag das wohl vor 75 Jahren hier gewesen sein. Es war noch Krieg, die Männer an der Front oder verletzt oder gefallen. Vorwiegend die Frauen mussten irgendwie das Leben aufrecht halten und sich um die Kinder und Alten kümmern und trotzdem war Frühling.

In der letzten Zeit schreibt Susanne Kauffmann-Kramer aus Rösrath, Nordrhein Westfalen:

“ In diesen Tagen erinnere ich mich oft an die Stille im April 1945. Es gab keinen Fliegeralarm mehr, keine Bombengeschwader, keine Detonationen, kein gedrängtes Sitzen im Luftschutzkeller, aber auch keine Stimmen auf den Strassen, nur Vogelgezwitscher im glitzernden Frühlingssonnenschein – denn die Amerikaner hatten nach der Eroberung unserer kleinen Stadt eine Ausgangssperre verordnet.

Um der Stubenhaft zu entkommen, richtete ich mit meiner Freundin im Nachbarhaus eine stille Post ein: Ein Bindfaden von ihrem Klofenster zu unserem Dielenfenster trug unsere – vermutlich nicht sehr weltbewegenden – Nachrichten in einem Körbchen hin und her.“

Die Zettelchen wären heute bestimmt interessant. Der Inhalt unterscheidet sich vielleicht nicht so sehr von dem, was meine Nachbarskinder sich am Gartenzaun erzählen.

Meine Tante kann sich auch noch an den Frühling vor 75 Jahren in Gablonz (heute Jablonec) erinnern. Sie war 9 Jahre alt, es gab auch eine Ausgangssperre, niemand wusste so richtig was demnächst passiert. Über eine Umsiedelung der Deutschen und Verlassen von Haus und Garten haben die Erwachsenen gesprochen. Aber sie kann sich nicht an Angst, Chaos, Panik erinnern. Auch das habe ich jetzt bei einem Spaziergang durch das Merketal bei zwei 10-jährigen Mädchen beobachtet. Sie wissen was los ist, halten sich an die Abstandsregeln. Während sich die Mütter über die ganze Problematik unterhalten, sprechen die Mädchen fröhlich über die Schulaufgaben, die Hasen, den Hund und spielen. Sehen die Blüten, die Bienen, erkennen die Vögel, geniessen den Frühling.

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Lessingstrasse

Tag 19 zu Hause – Lego

Jonas hat seine vielen Legobausteine in Weimar hinterlassen. Mit seinem Einverständnis werde ich sie nun an andere Kinder zum Häuser bauen weitergeben. Nur die grauen Steine und seine Roboter darf ich nicht weitergeben. Er hat sie bereits als Diplomgestalter aus Langweile in einer Quarantänezeit gebaut.

Es sind noch sehr viele Legoteile da, die ich auch gerne an gelangweilte kreative Männer abgebe. Da lässt sich doch noch was draus machen!

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Lessingstrasse, Mädelstreffen

Tag 18 zu Hause – Alt sein auf Probe

Zitat am Tag 4 zu Hause in unserem Mädels-Chat:

„Tja, das ist wahrscheinlich generell unser Problem, daß wir uns immer nur vollwertig fühlen, wenn wir nur genug zu tun haben. Ich bin ja eigentlich genauso gestrickt.“

Sorry, da muß ich mich ausschliessen. Ich konnte Arbeitslosigkeit immer gut genießen und habe die Zeit und Energie für wichtige Dinge genutzt, die auch Spaß machen. Wenn Langeweile aufkommt, stricke ich oder mach Hängematten-Yoga oder such mir ein Problem. Davon gibt es genug.

Chillen hab ich inzwischen auch gelernt. Das hat mir vor vielen Jahren mein Sohn beigebracht. An freien Sonntagen fragte ich oft, was er für den Tag plant. Meistens kam als Antwort, daß er noch keinen Plan hat, manchmal war er schon verplant. Eines Tages sagte er, daß er „chillen“ will. Ich habe mich schon auf ein Mexikanisches Essen gefreut, zu früh.

Sven Kuntze kam vor über 10 Jahren mit einem Kamerateam aus Köln zu uns in die Lessingstraße und hat drei Tage für seine Dokumentation „Alt sein auf Probe“gedreht und interviewt. Sehr sehenswert, er hat dafür auch den deutschen Fernsehpreis bekommen. Leider findet man die Doku nicht in der Mediathek. Ich habe eine DVD besorgt, die ich für private Zwecke an Interessenten verborgen darf.

Will das angesagte Kamerateam aus Köln nun „Alt sein auf Probe – Teil 2“ drehen? Ich mache grad gezwungenermaßen den Test, fühlt sich noch ganz gut an.

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Lessingstrasse, Thüringen

Tag 17 zu Hause – Neues aus der Lessingstrasse

Die „Lindenstrasse“ wird seit 29. März nicht fortgesetzt. Sie wurde in Köln produziert. Vor ein paar Tagen kam bei uns Einwohnern der Lessingstrasse eine Drehanfrage aus Köln. Ich habe erstmal Interesse an einer Zusammenarbeit gezeigt. C. aus Köln hat mich gewarnt, ich muß genau schauen, worauf ich mich einlasse. Das Konzept liegt derzeit zur Weiterbearbeitung beim MDR, sobald es mir vorliegt werde ich mir eine Zweitmeinung im Mediensumpf Köln einholen. Bei den Dreharbeiten als Komparse beim Tatort und der Serie „Eine neue Zeit“ habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Ich bin zwar arbeitslos und werde mich nun auch nicht mit Jobs als Komparse über Wasser halten können, aber trotzdem werde ich nicht jedes Angebot annehmen.

Wie in der Lindenstrasse kommen auch in der Lessingstrasse die neuesten Nachrichten herein. Jeden Morgen darf ich mir bei meinen Nachbarn die TLZ aus dem Briefkasten fingern. Ich lese bei einem Kaffee die lokalen Nachrichten und bringe die Zeitung dann säuberlich gefaltet zurück.

Schon gestern gab es viele sehr gute Nachrichten für Thüringen und auch für unsere Freunde in Köln. Thüringen bereitet sich auf Sommerurlauber vor. Liebe Kölner Freunde, bucht bevor der große Ansturm der verhinderten Kreuzfahrttouristen, Abenteuerreisenden und Billigflugreisenden beginnt. Ich kann auch Reservierungen für mein Gästezimmer entgegen nehmen. „Mehrheit für Rot-Rot-Grün“ und „Meuthen-Idee spaltet AfD“ sind auch keine beunruhigenden Nachrichten.

Heute „Corona-Antikörpertest aus der Senova Weimar“ –

„www – Wir waschen weiter“ – der Reinigungsservice bleibt geöffnet, Nicole Bemmann ist optimistisch „Ist man gut, spricht es sich herum, ist man schlecht, noch mehr“ ja so ist das in Weimar.

„Ziemlich beste Geschwister“ von Sabrina Rebecca Heinke eine Bloggerin und Sachbuchautorin aus Thüringen ist erschienen, ein Ratgeber für alle Familien mit mehr als einen Kind ist erschienen. Werde ich gleich mal in der Eckermann-Buchhandlung bestellen und verschenken.

„“Traumschiff“ muss Dreh abbrechen“ – als Alternative war ein Low-Budget-Projekt im Gespräch, Dreharbeiten im Traumland Thüringen mit dem Arbeitstitel „Im Paddelboot die Ilm entlang“ – wurde aber abgelehnt.

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