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Tag 18 zu Hause – Namen Teil 2

Zwischenzeitlich habe ich auch Vorschläge für einen geänderten Namen für mich bekommen. Meine ehemalige Kollegin mit dem wunderschönen Namen aus 1001 Nacht schrieb mir aus Ihrer Geburtsstadt Berlin: „Übrigens fände ich Francesca Dorn überhaupt nicht unpassend, macht eher neugierig!“

Lisbeth hat mir als Anregung ein Foto einer Todesanzeige von „Parketta Schwanengel“ geb. 1930 geschickt. Ich kann nicht glauben, dass der Name echt ist. Das sind doch FakeNews! Als Name für eine Architektin ist das auch etwas überzogen. Er passt eher zur Tochter eines Fußbodenlegers. Die sächsisch-französische Variante Baguetta wäre charmanter gewesen. Aber im „Mustergau“ Thüringen waren damals eher deutsche Namen angesagt. Lisbeth hat dann noch gefragt, ob sich der Nachname Schwan-engel oder Schwanen-gel ausspricht. Gute Frage! Habe ich mich bei Herrn Riebarsch auch gefragt.

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Tag 15 zu Hause – Namen

In meinen Texten erwähne ich Freunde mit Namen. Meistens sind es geänderte Namen. Ich frage vorher meine Freunde, was ihr Wunschname wäre. Eine Freundin wollte Liberta heißen, den Wunsch habe ich nicht erfüllt. Den hätte ich noch nicht einmal bei Stadt-Land-Fluss akzeptiert. Wer heißt so? Keine Frau in unserer Generation, keine Ostfrau. Nur eine der Frauen von Gustav Gründgens. Eine Freundin wollte Grüne Katze heißen. Das habe ich auch abgelehnt und gedroht, wenn sie sich keinen anderen Namen ausdenkt, nenne ich sie „Chantalle“. Sie ist bei Ihrem Namen geblieben. Manche habe ich nicht gefragt und einfach umbenannt. Bei dem Namen Frauke, denkt vielleicht manch einer an Frauke Petry, zu Recht.

Der Vater von Teresa ist Italiener, die Mutter Deutsche. Sie und ihre Geschwister sind in Italien geboren und haben alle schöne wohlklingende mehrsilbige italienische Namen. Die deutsche Mutter hat sich aber damals in den 60ern im NRW nicht getraut der deutschen Verwandtschaft die italienischen Namen zu nennen. Sie taufte ihren Sohn Giovanni, in Deutschland hieß er dann Ralf, den italienischen Nachnamen durfte er behalten. Die Mutter von Giovanni di Lorenzo hat das zum Glück nicht gemacht. Ute hat sich trotzdem in Ralf verliebt, hat aber erst kurz vor der Verlobung erfahren, daß Ralf eigentlich Giovanni heißt. Eine andere Schwester hat Ulf geheiratet. Der italienische Papa hat gesagt: „Ulf das ist doch kein Name, das ist ein Geräusch!“ Als der Papa gestorben ist, hat die in Deutschland lebende Familie die Traueranzeige aus der deutschen Zeitung an die Verwandten in Italien geschickt. Darunter wurden die Namen der Trauernden aufgezählt:

Loretta e Giuseppe, Anna, Enzo, Maria, Eduardo, Giancarlo, Francesco, Andrea, Aurora, Leonardo, Martina, Francesca, Enrico, Federico, Tomaso, Christina, Antonia, Riccarda, Emanuele, Rebecca sowie Ulf + Ute

Eine italienische Tante hat gefragt: Was bedeutet das eigentlich, wenn in Deutschland unter der Traueranzeige Ulf + Ute steht?

Meinen Namen werde ich vorerst behalten. Warum sollte ich auch einen Namen ablegen, den andere Frauen als kluge Kommissarinnen bekommen. Nora Tschirner als Kira Dorn und Anna Loos als Helen Dorn.

Eine Verwandte ist Schriftstellerin, sie hat ihren Namen geändert. Nein, Thea Dorn ist nicht meine Verwandte. Sie hat diesen Künstlernamen gewählt aus Verehrung von Theodor W. Adorno. Ich könnte meinen Vornamen ändern und einen schönen dreisilbigen italienischen Namen wählen. Giovanna oder Francesca gefällt mir, passt aber nicht zu meinem Nachnamen. Ein eingedeutschter Name wie Angela (sprich Anschela mit Betonung auf der ersten Silbe) wäre eine Idee. Aber der Name ist besetzt.

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Tag 14 zu Hause – Klopapier

Es gibt gute Nachrichten: Bei tegut gibt es wieder Klopapier. Nur eine Sorte, aber man muß auch mal improvisieren können.

Damit entstehen hoffentlich keine „lustigen“ Videos und Bilder mit Klopapier mehr und auch keine Bilder von leeren Regalen. Eventuell wird es noch Unwort des Jahres. Damit müsste das Thema, dann aber endgültig abgeschlossen sein. Daß Harald Martenstein „Der Mario Barth der Zeit“ über Klopapier eine alberne Kolumne schreibt, war ja klar. Morgen schreibt er bestimmt über Mundschutz. Ich hoffe, ich habe das Wort Klopapier bisher nicht verwendet, werde aber die Suchfunktion suchen und nochmal alle Beiträge checken.

Die Klopapierkrise begann vor 3 Wochen. Erste Meldungen über Hamsterkäufe von Klopapier und Spaghetti dominierten die Nachrichten. Ich überprüfte meine Bestände. Nur noch eine Rolle. Am Freitag, den 13. ging ich zu Edeka. Mit Entsetzen blickte ich in leere Regale, wo früher Klopapier und Haushaltstücher standen. Ich bekam Panik, ließ mir aber nichts anmerken. Ich schau nochmal zu tegut. Mit Erleichterung erblickte ich ein volles Regal, mir standen 5 verschiedene Sorten zur Auswahl. Mit einer 8er-Packung ging ich zur Kasse. Ein junges Paar eilte in den Einkaufsmarkt, griff nach 4 Großpackungen und kam nach mir an die Kasse. Vor der Tür begegnete ich Bekannten, die ich bisher noch nie bei tegut traf. Sie fragten mich, ob es noch Klopapier gibt. Die Frage konnte ich bejahen. Sie waren schon in 5 verschiedenen Einkaufsmärkten ohne Erfolg und freuten sich über die gute Nachricht, gingen aber zügig an mir vorbei.

Teresa aus Köln hat mir erzählt, daß ihre Schwester auch kein Klopapier mehr nachkaufen konnte und aus lauter Verzweiflung im Internet für einen horrenden Preis Klopapier bestellt hat. Ich höre grad im mdr, dass die Preise zum Teil bis über 80 Euro kletterten. Sie wollte nicht auf anderes Papier umsteigen und womöglich die Abflussrohre verstopfen. Das ist sehr rücksichtsvoll. In Kuba wird auch in Hotels nicht einmal Klopapier ins WC geworfen, es kommt in den Müll.

Liebe Freunde in Köln! Wenn es demnächst bei Euch an etwas mangelt, scheut Euch nicht, ruft an. Wir werden es Euch gern besorgen und ein Paket schicken. Es gab Zeiten da habt Ihr uns Überlebenspakete mit Mehl und Strumpfhosen geschickt.

So und ab jetzt schreibe ich nie wieder das Wort Klopapier.

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