Grüner Wohnen, Lessingstrasse

Tag 27 – Hasenstallarchitektur

An diesen Ostertagen handeln die Gespräche oft davon, wie es nach Ostern weiter geht. Ich fange auch allmählich an zu überlegen, was ich beruflich in nächster Zukunft machen werde. J. hatte eine tolle Idee, ich könnte doch Hasenstallarchitektin werden.

Das kam so: An den Ostertagen habe ich in einem Garten bei Freunden ein richtig schönes Hasengehege gesehen.

Die Kinder von J. haben auch Hasen und noch kein schönes zu Hause im Grünen, noch sind sie in ihrem Winterquartier. Ein Umzug in den Garten ist in Planung. Das könnte mein erstes Projekt werden.

Die Hasen von Heidi haben zwar schon ein schönes zweigeschossiges Haus. Bis jetzt haben sie aber nur ein quadratisches Stück Rasen als Auslauf. Mein kleines zweigeschossiges zu Hause wurde vom Weimarer Volksmund in den ersten Jahren als „Karnikelstall“ bezeichnet. Von daher weiß ich, dass ein eigener kleiner Freisitz, Austritt, Auslauf, Garten sehr wichtig sind.

Der Mensch braucht wie der Hase einen Platz zum Essen, zum Liegen, mal Schatten, mal Sonne, was Grünes. Mein Gärtchen ist jetzt sogar so groß, dass ich Besuch unter Einhaltung der Abstandsregeln empfangen kann. Judith arbeitet im Klinikum in meiner Nähe. Ich habe ihr angeboten in der Mittagspause mal vorbei zu kommen. Während unserer Fahrradtour auf den Ettersberg hätte sich Michael schon ganz gern zwischendurch bei einem Kaltgetränk erfrischt und ich eine Kaffeepause gemacht. Judith hat in der Zeit Bilder von ihrem gebackenen Kuchen ins Netz gestellt. Meine spontane Besuchsanfrage musste sie leider ablehnen, weil wir auf ihrem Balkon den Abstand nicht einhalten können und die Nachbarn auch sehr darauf achten, bei sich und den anderen. Okay, wir wollen ja auch nicht, dass die Fallzahlen nach Ostern wieder schneller ansteigen.

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