Grüner Wohnen

Tag 53 – Ruhe vor dem Sturm

Der Herderplatz ist seit Tagen das große Wohnzimmer von Weimar. Habe heute wieder stundenlang in der ersten Reihe gesessen und das Leben in Weimar vor dem nächsten Touristenansturm bei bestem Wetter genossen. Ein Kinofilm konnte nicht unterhaltsamer sein. Zwischendurch gab es auch eine kleine Stunteinlage, als direkt vor uns ein junger Mann mit seinem Moped auf einem Kanaldeckel in der Kurve ausrutschte. Es ist ihm aber zum Glück nichts passiert und er fuhr mit einem Klappergeräusch durch die Vorwerksgasse von der Bühne äh vom Platz. So nach und nach kamen viele Bekannte vorbei. Wenige Touristen waren erkennbar. Wir hörten Telefongespräche von offensichtlichen Touristen in denen deren Freunde zu einem Besuch in Weimar inspiriert wurden.

Das ganze Gebiet um den Herderplatz ist Spielstraße. Der ideale Platz für Federball, Seilspringen und Ähnliches. Anwohner haben mir aber erzählt, daß sie ihre Kinder nicht auf die Spielstraße alleine lassen, weil immer wieder Auto durch die Gassen rasen und niemand kontrolliert. Tatsächlich hat heute auch ein Polizeiauto in der Nähe in Bereitschaft gestanden, die Einhaltung der Abstandsregeln wurde überwacht. Eine schwarze Angeberkarre mit hessischem Kennzeichen erregte Aufsehen durch lautes Motorengeräusch, sonnenbebrillte starke Typen schauten kurz durch das heruntergelassene Fenster über den Platz, gaben ordentlich Gas und fuhren mit deutlich mehr als 20 km/h durch die Vorwerksgasse wieder ab. Ob sie kontrolliert und abkassiert wurden, konnten wir nicht beobachten. Nach kurzer Zeit war zum Glück wieder die Abgaswolke verzogen. Die Kutschen zogen noch nicht durch die Stadt. Warum eigentlich? Der Geruch von Pferdeäpfeln wäre mir jetzt lieber. Hätte auch ein paar für meine Hochbeete mitgenommen.

Schweren Herzens gaben wir unsere Plätze für andere Zuschauer frei. Wir hatten jeder noch Termine bei Freunden im Garten.

Am Theaterplatz war es so voll. Da es mit den Pferdeäpfeln als Mitbringsel nicht geklappt hat, würde ich noch was bei Rewe holen. Da war auch eine lange Schlange. Nix wie weg hier. Ab ins Grüne.

Tiny House – Architektin Christiane Hille http://www.tectum.de

Im Garten bei Christiane und Jay war es sehr idyllisch, alles grün und viele Geräusche. Vögel zwitscherten, Jay macht Musik, Gitarre und Gesang. Christiane hat dazu die Pflanzen gegossen. Okay diese blöden Wachhunde im Nachbargarten kläfften ab und zu, also nur wenn jemand vorbei kam, so alle 5 bis 30 Minuten. Soeben liefen offensichtlich wieder Wanderer auf dem Weg. Hundebellen. Dann Ruhe. Dann Sägegeräusche. Wieder Ruhe. Schade, wieder Hundebellen. Wurde doch nur Holz gesägt. Wir ließen noch einen Sektkorken knallen und stießen an auf unsere Gesundheit und wünschten uns, daß die angesagten Gewitter und viele Regenwolken kommen und sich unsere Wassertonnen füllen werden.

Kurz vor Sonnenuntergang bin ich mit den Pflanzen aus Christianes Anzucht wieder in meinen Garten gefahren und um voller Optimismus wieder meine Regenfolie aufzuspannen.

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