Lessingstrasse

Tag 13 zu Hause – Keine Panik

Wenn ich aus meinem Fenster schau, sehe ich ganz hinten das Klinikum Weimar. Vor ein paar Tage kam zweimal der Hubschrauber. Bei den Spaziergängen mit Katja gehe ich daran vorbei. Es wurde vor der Notaufnahme ein Zelt aufgebaut. Es ist alles ganz ruhig. Das Klinikum hat Ärzte in die Partnerstadt Siena geschickt.

Gestern nach den Nachrichten mit Bildern aus Indien und Italien und nach 10 Minuten Tatort hatte ich plötzlich Hitzewallungen oder Fieber. Ich habe mich schon auf dem Weg in die Notaufnahme gemacht, aber nach 20 Schritten an der frischen Luft war ich wieder okay.

Die Tochter einer Nachbarin ist in Indien. Der gebuchte Flieger wurde 3 Stunden vor Abflug gecancelt. Jetzt gehört sie zu den vielen gestrandeten Deutschen die Heiko Maas zurück holen muss.

Die Tochter einer Bekannten ist in Peru gestrandet.

Ich wünsche Ihnen Geduld und bin ganz zuversichtlich, dass Heiko es schafft, alle Deutschen zurück zu holen.

Andrea’s Tochter ist im letzten Moment von der Insel Mauritius weg gekommen. Nun muss sie gleich in der Charité arbeiten. Ihr Mann schippert auf einem Kreuzfahrtschiff auf den Weltmeeren rum. Können nur zum Auftanken in die Häfen und nicht an Land. Auf ein Kreuzfahrtschiff wollte ich noch nie, jetzt erst recht nicht. Überwiegend Risikogruppe, bei einem Coronafall an Bord, muss ich womöglich gleich in Quarantäne und wenn nicht, will ich vielleicht garnicht an Land. Was das Allerschlimmste ist, es gibt kein bezahlbares Internet. Obwohl das vielleicht auch wieder gut ist, zur Panikvermeidung.

Jonas ist in Berlin, hat sich mit Laura in ihrer Wohnung eingerichtet. Ich hätte auch ganz gern, daß er aufs Land kommt. Eine Großstadt im Chaos ist mir unheimlich. Aber auch nach einer Woche war dort alles entspannt. Sie spielen Brettspiele. Ich höre Radio eins und Berichte über die idealen Bedingungen für Fahrradfahrer auf der Strasse. Das Fahrrad gilt als ideales Fortbewegungsmittel, der geforderte Abstand kann gehalten werden und die Bewegung an der frischen Luft ist gesund.

Ich hätte Lust mal wieder mit der Bahn nach Berlin zu fahren. Vorerst bleibe ich zu Hause.

Standard
Lessingstrasse

Tag 13 zu Hause – Urlaub 2020

Greta’s Befürchtungen für den Urlaub 2020 kenne ich, warum Frauke das „Urlaubsbild“ nicht witzig fand, bleibt ein Rätsel, kann ich nur ahnen.

Teresa in Köln wollte eigentlich zur Zeit im Urlaub in Andalusien sein. Jetzt macht sie Urlaub zu Hause in der Wohnung und auf dem Balkon. Sie kann darüber lachen.

Andreas aus Halle rief mich an. Eigentlich wollte er grad mit Astrid im Urlaub sein. Jetzt müssen sie zu Hause bleiben, entrümpeln ihre Wohnung und sortieren Fotos. Der alte Diaprojektor ist aufgebaut und sie werden sich die vielen Dias mal wieder anschauen. Dabei hat er ein Foto von einer gemeinsamen Architekturexkursion in die Schweiz gefunden. Er hat es mir beschrieben, aber ich kann mich nicht erinnern. „Schick es mir doch mal! Ich hab auch ein schönes Bild von Dir.“

„Versteck für den heimlichen
Liebhaber“

Silvia und Carsten wollten seit 10 Tagen mal bei mir vorbei kommen und dann mit mir in den Wald gehen. Carsten ist auch ab April arbeitslos. Ich frage, ob sie heute Lust und Zeit haben und ob sie die Bilder von Kerstin kennen, können ja mal in meinen Blog schauen und liken. Kurze Antwort: „Ich hab’s eben erst gesehen. Wir sitzen alle über unseren gesamten Urlaubsbilder und bereiten Bilderalben vor. Beschäftigung für die nächsten Wochen.“ Ich komme dann gerne zum anschauen.

Mit Katrin aus Rudolstadt habe ich vor ein paar Tagen telefoniert. Zum Festival letztes Jahr hatte ich bei ihnen mein Quartier. Wir wollten mal zusammen in Weimar ins Theater gehen, vor dem nächsten Festival in Rudolstadt Anfang Juli. Der Theaterbesuch fällt nun aus. Das Festival ist bis jetzt noch nicht abgesagt. Der Kartenverkauf ist eingestellt. Urlaubspläne für 2020? Der Flugverkehr ist fast zum Erliegen gebracht. Eine Flugreise hatten Katrin und Bernd sowieso nicht geplant: „Ich muss nicht um die ganze Welt fliegen, den letzten Gletscher sehen und den letzten Pinguin streicheln.“ Wir waren uns einig. Für Abenteuerurlaub in Krisengebieten und Busreisen durch Hungerregionen fehlt uns auch das Verständnis.

Nach einem Urlaub im August in Süditalien mit komplizierter Rückreise, wegen Überbuchung, fehlendem Gepäck und verpasstem Anschlussflug habe ich mir geschworen: Erholungsurlaub ohne Fliegen! Meine schönsten Urlaube waren auf dem Boden, eine Radtour in Brandenburg, mit Schiff und Rad an der Loire, mit Schiff und Rad von Passau bis Budapest, eine Woche auf Hiddensee.

Dieses Jahr wollte ich gerne nach Dänemark, nachdem ich das Buch „HYGG HYGG HURRA!“ gelesen habe, sehen wie die glücklichsten Menschen der Welt leben. Egal, ob mit Bahn und Rad oder doch dem Auto, ob nach Kopenhagen, Billund oder Skagen.

Jetzt muss ich es mir es mir erstmal ein paar Wochen zu Hause hygge machen.

Standard
Tatort Weimar

Tag 12 zu Hause – Tatort

Wie jeden Sonntag schalte ich um 20:15 Uhr auf ARD, der Tatort soll beginnen. Es wird noch über die Coronakrise berichtet. Die Bilder aus Indien sind schrecklich. Die Tochter meiner Nachbarin wartet dort auf einen Rückflug. Dramatische Berichte und Bilder aus Italien. Ich bekomme Schweissausbrüche. Was ist das? Fieber? Panikattacke? Ich gehe nochmal in den Garten. Die Titelmusik läuft. Der Tatort fängt schon an, ich gehe wieder rein.

Ein unbekannter Mann hat bereits Charlotte Lindholm überwältigt, sein Messer sitzt an ihrem Hals und er redet wirr von „Stimmen in seinem Kopf“ und dass jemand ihn jage. Die Situation eskaliert, Anaïs Schmitz muss sich im Bruchteil einer Sekunde entscheiden: Den Mann töten oder Charlottes Leben riskieren. Sie entscheidet sich. Ein Schuss fällt der unbekannte Mann bricht zusammen, Charlotte blutet am Hals….

…ich breche ab und werde den Fernseher für ein paar Stunden abschalten.

In normalen Zeiten hätte ich das nicht gemacht. Ich schaue jeden neuen Tatort in Echtzeit Sonntagabend 20:15 Uhr. In den letzten 10 Jahren habe ich damit das Wochenende beendet, danach habe ich noch ein paar Sachen gepackt und am nächsten Morgen begann ich eine neue Woche in Berlin.

Ja, ich freue mich auch über jeden Tatort mit den Ermittlern Kira Dorn und Lessing aus Weimar. Für den ersten Tatort in Weimar wurden noch Komparsen gesucht. Ich dachte, das ist doch was für Jonas, er suchte grad Arbeit. Ich habe auch schon die Agentur gefunden, wo ich ihn anmelden könnte. Aber er wollte nicht, man muss da so viel warten und bekommt sehr wenig Geld. Damals gab es noch nicht einmal Mindestlohn. Ich hatte zwar zu der Zeit einen Job in einem Architekturbüro, habe mich aber trotzdem angemeldet. Prompt kam ein Rollenangebot: Verdeckter Ermittler als Tourist verkleidet. Ich sagte zu. Erste Anweisungen: Bitte bringen Sie drei verschiedene Outfits mit, frühlingshafte Kleidung, nicht schwarz, nicht weiß nicht kleingemustert, keine grellen Farben, sowie typische Utensilien, wie Rucksack, Stadtplan, Fotoapparat. Drehort: Theaterplatz, Maske und Kostüm, Treffpunkt: 5 Uhr Hexenhaus in Hummelstrasse

Eigentlich will ich in anderen Städten garnicht als Tourist erkannt werden, habe keinen Stadtrucksack und stelle mich auch nicht mitten auf den Platz und falte einen Stadtplan auf. Aber ein Fotoapparat ist gut. Da kann ich auch während dem Dreh fotografieren. Den musste ich mir allerdings borgen, ich hatte nur mein iPhone. Ich packte meinen schönen blauen Mantel ein, stellte den Wecker auf halb 5, das reicht. Ich muss mir ja nicht die Haare stylen und mich schminken, das macht die Maskenbildnerin. Ich lief zum Treffpunkt. Es war Anfang April und die Scheiben an den Autos vereist. Nun begann das lange Warten und beobachten. Erst kam die Kostümbildnerin. Mein blauer Mantel, kleine Umhängetasche und Fotoapparat wurden akzeptiert. Dann kam die Maskenbildnerin, ich freute mich schon auf ein Hairstyling und Maske. Sie sah mich an und meinte, das könne man so lassen. Aber so kann ich doch nicht ins Fernsehen! Das sieht niemand. Die anderen „Verdeckten Ermittler“ und die „Säufer vom Junggesellenabschied“ blieben auch naturbelassen. Nur bei „Kevin vom knutschenden Pärchen auf der Bank“ wurde die Akne abgedeckt. Ein Regieassistent kam und gab nächste Anweisungen: „Wir gehen jetzt zum Set am Theaterplatz. Ziehen sie sich noch was Warmes über Ihr Kostüm und nehmen sich noch Ihr Essen und Trinken mit und was Sie sonst so brauchen, es könnte Wartezeiten geben.“ Ich zog meinen allerdicksten Wintermantel über und nahm die große Umhängetasche mit Strickzeug, Getränk und Essen mit. Die erste Szene wurde mit Christian Ulmen gedreht. Kamera war oben im Theatergebäude. Dort saß auch die Regie und gab Anweisungen über Funk an ihren Assistenten. Wir Komparsen versteckten uns hinter dem Sockel von Goethe und Schiller, sollten nicht im Bild sein. Klappe die erste: Christian Ulmen kam aus dem Theater lief lässig wie ein Cowboy über den Platz, eigentlich bratwurstfreie Zone, zum Bratwurststand und bestellte sich eine Wurst der Marke „Fette Hoppe“. Das wurde sechsmal gedreht. In der zweiten Szene sollten wir Ermittler wie Touristen auf dem Platz hin und her laufen und dabei ab und zu ganz unauffällig in den Kragen sprechen. Ein Komparse wurde mit einer Zeitung in auf die Terrasse vom „Venezia“ gesetzt. Ich legte mein Gepäck ab und wollte meinen dicken Steppmantel ausziehen. Einspruch vom Assistenten, ich müsse jetzt auch so bleiben. Ich entgegnete, dass ich doch noch garnicht im Bild war und mit der Kostümbildnerin der blaue Mantel abgestimmt ist. Rückfrage an die Regie. Anweisung von der Regie: Ich muss so bleiben. Also bin ich mit zwei Mänteln und zwei Taschen fotografierend hin und her gelaufen. Dominique Horwitz kam mit der Kutsche vorgefahren. Die „Trinker vom Junggesellenabschied“ feierten. Sie bekamen alkoholfreies Bier. In den nächsten Szenen kam eine Schauspielerin mit dem Fahrrad und versteckte Geld im Papierkorb. Zwischendurch kam die Regisseurin auch mal raus. Mit dem knutschenden Pärchen wurde auf der Bank eine Knutschszene gedreht. Das wurde ungefähr 10 Mal gedreht. Die Regisseurin verlangte mehr Aktion. Das Paar war auch im richtigen Leben ein Paar, sie mussten bei einem Casting vorknutschen und wurden aus vielen Bewerbern ausgewählt. Nora Tschirner war im Theater und schaukelte auf einem Schaukelpferd, ihre neuesten lustigen Bilder auf Facebook sahen wir uns in unserer Drehpause an. Dann kam die hochschwangere Kommissarin Dorn und setzte sich in die Kutsche. Kommissar Lessing kam mehrmals aus dem Theater gerannt. Als die Szene endlich im Kasten war, fuhr die Kutsche mit beiden ab.

Nach 5 Stunden war der Dreh vorbei. Die anderen Komparsen waren total durchgefroren in ihrer frühlingshaften Kleidung. Insbesondere Marcus der Jongleur, der immer an der gleichen Stelle stehen musste und bei jeder Klappe sein Bälle jonglierte. Ich traf mich mit Michael und setzte mich noch auf einen Kaffee an den Frauenplan. In der Seifengasse wurde eine Verfolgungsjagd gedreht. Die Kommissare verfolgten in der Kutsche ohne Blaulicht zwei BMX-Fahrer.

Das wird bestimmt ein komischer Tatort! Das wurde „Die fette Hoppe“ auch. Ich war 10 Sekunden im Bild. Marcus wurde zwar erwähnt, aber zu sehen war er nicht.

Standard
Grüner Wohnen, Rezepte

Tag 11 zu Hause – Gartenarbeit

Es ist Samstag die Sonne scheint. Meine Nachbarn kommen aus den Häusern und in den Garten. Wir freuen uns zu sehen und unterhalten uns mit Abstand. Michael kommt und hilft mir das schon seit einiger Zeit geplante Hochbeet aufzubauen.

Das Baumaterial liegt bereit. Die Palettenrahmen wollte ich in einem Baumarkt kaufen. Hatte vorher telefonisch angefragt. Auf Lager waren sie nicht und bestellen konnte ich auch nicht, weil der Hersteller in Österreich ist und die Anlieferung über die Grenze nicht gesichert ist. Bestellung im zentralen Onlinehandel der Baumarktkette ist möglich. Aber genau das will ich doch vermeiden. Kann der Baumarkt nicht die Ware in seiner Zentrale bestellen und ich hole sie mir dort ab. Nein, der Baumarkt bezieht nicht aus der Zentrale. Ich bin raus. Logistik ist nicht mein Spezialgebiet. Ich recherchiere weiter im Internet. Viele Angebote waren nur noch zur Selbstabholung. Dienstag habe ich endlich einen Hersteller gefunden. Lieferung am Samstag oder Montag. Samstag wäre toll, am Wochenende wird schönes Wetter und Michael wird mir bestimmt helfen.

Die Erde wollte mir Michael mitbringen. Er fuhr letzte Woche noch jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit an einem Gartencenter vorbei. Der Ansturm war groß, Abstandsregeln mussten eingehalten werden. Gestern las ich in einem Zeitungsartikel über Hamsterkäufe, es gab bereits einen Ansturm auf Gartenerde. Ich schnappte meinen Bollerwagen fuhr in den nächsten kleinen Einkaufsmarkt zu tegut und holte mir ganz schnell ein paar Säcke. Es war noch einiges auf Lager und ich nahm nicht alles mit.

Als ich zurück kam war mein Eingang zugestellt, die Palettenrahmen wurden geliefert. Zum Glück waren meine Nachbarn zu Hause und konnten die Riesenpakete entgegen nehmen. Das Projekt kann starten.

Das erste Hochbeet steht. Für morgen ist schlechtes Wetter mit Schneeregen und Kälte angesagt und außerdem Sonntag, eigentlich ist jetzt immer Sonntag. Es wird einen Baustop geben, bei wärmeren Temperaturen geht es dann weiter.

Zu Mittag gab es Pasta casalinga mit Pesto von Bärlauch aus Ettersburg, Walnüssen und Olivenöl, dazu den passenden Weisswein
Standard
Weimar

Tag 4 zu Hause – Art at home

Von Kerstin habe ich das Video zum ersten Mal bekommen.

Das Leben muss ja irgendwie weitergehen

Sie hat mir noch viele andere lustige Videos und Bilder geschickt. Vor Schliessung der Cafés und Läden in der Innenstadt haben wir uns ab und zu in der Stadt gesehen, damals. Ich frage sie, wie es Ihr heute geht:

„Solange ich noch Farben habe, bin ich daheim gut aufgehoben.“ Sie schickt mir ein paar Bilder.

Wow, ich wusste nicht, daß sie malt. Oder hat sie jetzt erst angefangen? Wieviel Farbe wird bei dieser Maltechnik benötigt?

„Wie lange reichen Deine Farben? Ich kann Dir nur eine Flasche dunkellila Wacholderlikör und orangen Sanddornlikör bringen. Geht das auch?“

Standard
Lessingstrasse

Tag 12 zu Hause – Gummiband

Eine Nachbarin näht Mundschutz. Jetzt ist ihr Gummiband alle und sie braucht Nachschub. Ist in den Supermärkten nicht im Programm oder ausverkauft.

Kurzwaren habe ich noch in Reserve. Vor 20 Jahren habe ich aus dem Nachlass meiner Oma das Nähkästchen übernommen. Ich brauchte seitdem nie wieder Nähgarn kaufen. Dort fand ich eine große Auswahl an Gummibändern.

Grosse Auswahl an Gummiband aus allen Zeiten

Heute lockt das Wetter nicht in den Garten. Die Nähmaschine ruft. Ich werde einen Mundschutz nähen. Material liegt bereit. Wer kann das Gummiband in der Mitte datieren? Ich werde es für einen kleinen schwarzen Mundschutz verwenden. Das andere biete ich zum Tausch. Bitte kein Klopapier! Ich habe noch 7 Rollen. Die DDR-Gummilitze würde ich gegen eine drehbare DDR-Tortenplatte oder eine gut erhaltene DDR-Brottasche aus Schweinsleder tauschen. Bitte nicht überstürzt im Internet bestellen! Ich schenke Euch das Gold-Zack – nichts hält länger!

Standard
Deutschland

Sonntagsausflug nach Leipzig

Am Sonntag vor den Schulschliessungen in Sachsen wollten wir nach Leipzig Michaels Bruder und Familie besuchen und ich wollte mich auch mit Jonas treffen. Ein Besuch der Buchmesse war geplant. Ich hätte auch noch ein Hotelzimmer reserviert, war aber alles ausgebucht und fast doppelt so teuer, wie erwartet. Nachdem die Buchmesse abgesagt wurde, sind die Preise auf Normalniveau zurück. Ich habe ein Zimmer im neuen Motel One Leipzig-Post reserviert. Inzwischen sind Schulschliessungen im Gespräch und am Freitag vor unserer Fahrt wurden sie beschlossen. Das Hotel habe ich storniert. Jonas hat die Reise nach Leipzig auch abgesagt. Wir haben aus dem geplanten Wochenendtrip einen Sonntagsausflug gemacht.

Die Hygieneregeln erschienen uns nicht mehr übertrieben, wir haben sie schon angenommen. Give-Five mit Leo geht nicht mehr, Bussi-Links-Bussi-Rechts schon garnicht. Michaels Bruder hat in einem Restaurant in Markleeberg für 6 Personen reserviert. Wir hatten einen Tisch für uns mit großem Abstand zu den anderen.

Letztes Essen im Restaurant vor Gaststättenschließung im Forsthaus Raschwitz

Das Wetter war traumhaft, sonnig und leicht windig. Wir sind noch an den Cospudener See. Es war wahnsinnig voll. So einen vollen Spielplatz habe ich noch nie gesehen. Für Doreen als Zahnärztin war es wie im Horrorfilm. Wir haben uns abseits einen Platz gesucht und ein paar Runden Kubb gespielt.


Kubb unter Einhaltung der Hygieneregeln

Auf ein Schirmchengetränk in der Sonne haben wir Erwachsene angesicht der Menschenansammlungen an den Cafés verzichtet und sind von dem Ort wie vor der Pest geflohen.

Standard
Weimar

Tag 3 zu Hause – Onlineservice

Seit heute sind die Geschäfte geschlossen. Ich hatte in der Eckermann-Buchhandlung ein Buch bestellt:

Eigentlich hatte ich den Titel „Der Affe schlägt den Takt“ bestellt. Die Gestaltung hat Jonas gemacht. Nun habe ich Zeit, das Buch auch mal zu lesen. Leider habe ich die Abholung verpasst. Die Händler der Innenstadt organisieren einen Onlinehandel und Auslieferdienst. Allmählich leide ich unter Bewegungsmangel und überlege, ob ich mich für Auslieferservice per Fahrrad melde. Wenn Johannes Steinhöfel mir das Buch ausliefert, werde ich es mit ihm besprechen. Ich hoffe er bringt den richtigen Titel.

Gestaltung und Satz: Jonas Pietsch, Berlin

Es ist das richtige Buch. Den Auslieferservice für die derzeitigen Onlinebestellungen bewältigt Johannes Steinhöfel noch alleine. Während der Übergabe mit 1,5 m Abstand und vor meinem Eingang sind dhl und UPS vorgefahren und haben die Haushalte beliefert.

Standard